Cyber Resilience Act

Der Cyber Resilience Act der Europäischen Union

Der Cyber Resilience Act (CRA) ist eine europäische Verordnung, die Mindestanforderungen an die Cybersicherheit von Produkten mit digitalen Elementen festlegt. Ziel ist es, die Sicherheit dieser Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus zu gewährleisten und damit Verbraucher und Unternehmen besser vor Cyberangriffen zu schützen. Der CRA ist im Dezember 2024 in Kraft getreten und gilt ab Dezember 2027. Die Berichtspflicht beginnt im September 2026. 

Geltungsbereich ist der Europäische Wirtschaftsraum (EWR), der alle Mitglieder der EU und die drei Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), Island, Liechtenstein und Norwegen, umfasst.  

Die Verordnung gilt für alle Produkte, die in der EWR verkauft werden und digitale Elemente enthalten. Das umfasst elektronische Bauelemente und Komponenten sowie Soft- und Hardware mit Schnittstellen. Davon ausgeschlossen sind Produktkategorien wie Medizinprodukte, In-vitro-Diagnostika, Kraftfahrzeuge und Luftfahrtprodukte, die durch eigene Vorschriften geregelt sind.

 

Rutronik bietet umfangreiche Services

Rutronik bündelt das relevante Know-how in einem interdisziplinären Team. Juristen, Ingenieure, Prozessspezialisten sowie weitere Experten unterstützen Sie bei allen Fragen und Themen rund um den Cyber Resilience Act. Dabei decken wir nicht nur den gesamten Entwicklungsprozess ab: Schon vor der Angebotserstellung werden wir Datenbanken nach Sicherheitsmeldungen prüfen und versorgen Sie über den gesamten Produktzyklus mit sicherheitsrelevanten Informationen. 

Kontakt cyberresilienceact@rutronik.com

 

Product Security Incident Response Team

Hinweise zu Schwachstellen bei Produkten unserer Handels- und Importware von Drittherstellern sowie des Herstellers Rutronik System Solutions können Sie jederzeit an psirt@rutronik.com melden. Geben Sie dabei die betroffene Rutronik-Artikelnummer und ihre Kundennummer an sowie eine Beschreibung, wie sich die besagte Schwachstelle reproduzieren lässt. Rutronik wird jede validierte Sicherheitsmeldung an die betroffenen Hersteller, an die ENISA (European Network and Information Security Agency) und an die CIRTs (Cyber ​​Incident Response Team) der EU-Länder weiterreichen.

Aktuell erarbeiten wir eine Lösung, diesen Prozess über ein Formular abzubilden. Damit erhöhen wir die Transparenz der Vorfälle und reduzieren Fehler beim Abgleich unterschiedlicher Datenbanken (z.B.: durch Tippfehler).

 

Unser Service – Ihr Vorteil

Kunden, die CRA-relevante Produkte bei Rutronik bezogen haben, werden zukünftig automatisch über verfügbare Sicherheitsupdates, Patches oder Workarounds informiert. Das kennen unsere Bestandskunden bereits von PCN-Meldungen (Product Change Notifications) und EOL- Meldungen (End Of Life) . Dieser Service erstreckt sich nun auch auf cybersicherheitsrelevante Meldungen. Loggen Sie sich zur Einsicht einfach in unser Kundenportal auf www.rutronik24.com ein.

 

Automatische Sicherheit bereits bei Produktinteresse

Sie interessieren sich für ein Produkt und wünschen ein Angebot? Schon vor der Angebotserstellung führt Rutronik eine Datenbankabfrage nach bekannten Sicherheitsmeldungen durch. Vor jeder Auslieferung erfolgt eine weitere Abfrage. 

Sollte eine Sicherheitswarnung vorliegen, werden wir uns zur Rücksprache bei Ihnen melden.

Sie haben somit die Garantie, dass bei uns bezogene Produkte frei von Sicherheitsmängel sind. Darüber hinaus informieren wir Sie bei zukünftig auftauchenden Cyber-Gefahren umgehend.

Empfohlene Produkte

Mit den Prozessoren der Intel Core Ultra Series 3 führt Intel eine erweiterte security-first Architektur ein, die darauf ausgelegt ist, sich wandelnden regulatorischen Anforderungen, einschließlich des EU Cyber Resilience Act (CRA), gerecht zu werden. Die Plattform integriert hardwarebasierte Sicherheitsfunktionen wie Intel Trust Domain Extensions (TDX), eine hardwarebasierte Vertrauenswurzel (Root of Trust) sowie Secure-Boot-Mechanismen. Dadurch wird eine stärkere Isolation sensibler Workloads und ein verbesserter Schutz vor Angriffen auf Firmware- und Betriebssystemebene ermöglicht. Darüber hinaus unterstützt die integrierte KI-Beschleunigung (NPU) die Durchführung von Bedrohungserkennung und Verhaltensanalysen in Echtzeit, ohne dass sensible Daten das System verlassen.

Im Kontext des CRA verbessert die Plattform die Systemresilienz durch messbare Sicherheitsfunktionen, Unterstützung kontinuierlicher Updates sowie erweiterte Mechanismen zur Plattformintegritätsprüfung. Intels Transparenz in der Lieferkette und Technologien zur Firmware-Absicherung tragen dazu bei, CRA-Anforderungen hinsichtlich Schwachstellenmanagement, sicherem Design und Lebenszyklusunterstützung zu erfüllen. Insgesamt entspricht Intel Core Ultra Series 3 den CRA-Grundsätzen, indem fortschrittliche Sicherheitsmechanismen auf Siliziumebene mit systemweiten Schutzfunktionen kombiniert werden und so sichere, „secure-by-design“ konzipierte Computing-Umgebungen für moderne Unternehmens- und Edge-Anwendungen ermöglicht werden.

Der Cyber Resilience Act (CRA) setzt neue Standards für vernetzte Produkte auf dem europäischen 
Markt. Dazu gehören die Fähigkeit, sichere Software-Updates bereitzustellen, Schwachstellen zu 
identifizieren und Geräte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu warten.
Nordic Semiconductor vereinfacht die Umsetzung dieser Anforderungen, indem energieeViziente 
Wireless Hardware mit nRF Cloud zu einer vollständigen Device-Lifecycle-Lösung kombiniert wird. 
Von sicherem Onboarding bis hin zu langfristiger Wartung und Updates können Entwickler Produkte 
erstellen, die „secure by design“ und kontinuierlich compliant sind – ohne selbst komplexe Cloud-Infrastrukturen entwickeln und betreiben zu müssen.
nRF Cloud ermöglicht skalierbare Firmware-Over-the-Air-(FOTA)-Updates, um Geräte im Feld sicher 
und auf dem neuesten Stand zu halten. Ergänzt wird dies durch cloudbasiertes Monitoring, 
Diagnosefunktionen und Lifecycle-Management, um Transparenz im Betrieb sicherzustellen und 
schnell auf Probleme über die gesamte Produktlebensdauer hinweg reagieren zu können.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
• Zuverlässige, skalierbare FOTA-Updates für Sicherheitsupdates über den gesamten 
Lebenszyklus 
• End-to-End-Lifecycle-Lösung: Onboarding, Monitoring, Wartung und Updates 
• Cloudbasiertes Gerätemanagement und Monitoring 
• Schnellere Markteinführung durch vorintegrierte Services 
• Flexible Integration (Device-to-Cloud oder Cloud-to-Cloud) 
• EU-ready Architekturen mit kundengesteuertem Datenrouting 
Beschleunigen Sie Ihren Weg zur CRA-Compliance mit Nordics ganzheitlichen Chip-to-Cloud-Ansatz.

STM 550x - Secure. Self-powered. Ready for smart buildings. 
STM 550x is a batteryless multisensor module for IoT and building automation applications. Powered by an integrated solar cell, it measures temperature, humidity, light level, acceleration, and magnet contact status. Data is transmitted via EnOcean radio—periodically and instantly on events like acceleration or contact status changes. 

To meet CRA requirements, EnOcean defines the risk context, performs targeted risk assessments, and implements essential safeguards plus continuous vulnerability handling. 

Typical risks include data interception, telegram spoofing, replay attacks, or unauthorized local access. As a sensor component of CRA-covered systems, STM 550x provides the following built-in security measures to mitigate these risks: 

  • AES-128 encryption with CMAC authentication
  • Device-unique, randomly generated keys
  • Replay protection via 32-bit sequence counter  

An NFC-based interface with hardware access protection ensures secure commissioning. Combined with EnOcean integration guidance, STM 550x enables reliable and secure deployment in its target applications.

Vertrauenswürdige Funkvernetzung für smarte Systeme mit TCM 615. 
TCM 615 ist ein EnOcean Funk Transceiver Modul das EnOcean Radiofunktionalität für Aktuatoren, Controllern oder Gateways in der Gebäudeautomation bereitstellt.  

TCM 615  ist für netzversorgte Anwendungen optimiert, schützt Nutzerdaten und  Programmumgebung durch eine sichere HW Umgebung und ermöglicht authentifizierte Firmware Updates. 

Sicherheit ist in TCM 615 integriert: Entsprechend den CRA Anforderungen definiert EnOcean den Risikokontext, führt Bewertungen durch und setzt notwendige Schutzmaßnahmen sowie kontinuierliches Vulnerability-Handling um. 

Als zentrale Kommunikationskomponente bestehen Risiken wie unautorisierte Telegramminjektion, Abhören, Replay-Angriffe oder Manipulation von Firmware und Schnittstellen. TCM 615 verhindert dies durch: 

  • AES-128-Verschlüsselung mit CMAC-Authentifizierung
  • Replay-Schutz durch 32-Bit-Sequenzzähler
  • Ablehnung nicht authentifizierter Nachrichten
  • Secure Boot und Ausführung mit hardwarebasierter Root of Trust
  • Sichere Firmware-Updates  

Diese Funktionen ermöglichen hohe Sicherheit und den Einsatz in anspruchsvollen Anwendungen wie IP-basierten Gateways.

Sichere IoT-Datenflüsse für smarte Gebäude. 
SmartStudio ist eine sichere, cloudbasierte IoT-Plattform (SaaS) für gewerbliche Gebäude. Sie verbindet Geräte, erfasst und verarbeitet Daten und visualisiert Erkenntnisse zu Raumklima und Energieverbrauch. Zudem ermöglicht sie Automatisierung und Integration in IP-basierte IT- und BMS-Systeme. 

Die Kommunikation erfolgt über EnOcean-Protokoll oder EnOcean BLE via Gateways. SmartStudio bietet sichere WAN-Schnittstellen wie REST-APIs, Webhooks und MQTT – geschützt durch TLS. Die Plattform ist mandantenfähig. 

Sicherheit ist integriert: Entsprechend CRA-Anforderungen definiert EnOcean den Risikokontext, führt Bewertungen durch und setzt Schutzmaßnahmen sowie kontinuierliches Vulnerability-Management um. 

SmartStudio adressiert zentrale Risiken durch: 

  • Authentifizierung und mandantenbasierte Zugriffskontrolle
  • Sichere Kommunikation und Datenisolation
  • Geschützte Verwaltung und Rotation von Schlüsseln
  • Gehärtete Schnittstellen mit Validierung und Rate Limiting  

Daten sind im Ruhezustand geschützt, inklusive Backup und Recovery. Monitoring und Logging unterstützen den Betrieb. Hohe Verfügbarkeit sowie kontinuierliche Updates und Scans sichern den Service über den gesamten Lebenszyklus.

Das Cyber Security Package von SECO hilft OEMs, CRA-Readiness schneller zu erreichen, ohne den kompletten Security-Stack selbst aufbauen zu müssen. Es wurde für vernetzte Industrie- und Embedded-Geräte entwickelt und basiert auf der gehärteten Yocto-basierten Linux-Distribution Clea OS, die die vollständige Konformität mit RED DA 18031-1 und IEC 62443 sicherstellt. Dazu gehören Secure Boot, verschlüsselte und signierte A/B-OS-Updates, Failover und Rollback, automatisierte Zertifikatsrotation, SBOM-Management, CVE-Monitoring und Patching, Runtime Threat Detection sowie auditfähiges Security Logging. Über diese Gerätebasis hinaus erweitert Clea das Betriebsmodell um sichere Device-to-Cloud-Konnektivität, strukturierte Datenflüsse, Remote Device Management, Update-Orchestrierung, Application Deployment und langfristiges Fleet Monitoring. So erhalten Engineering-, Operations- und Compliance-Teams eine vollständige Suite, um Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus eines Produkts hinweg sicherzustellen. Das Ergebnis ist ein compliance-orientiertes Angebot, das den Zertifizierungsaufwand reduziert, Redesign-Risiken senkt und den Marktzugang absichert, bei voller Flexibilität für x86, Arm, SECO-Hardware und qualifizierte Drittplattformen.

ARK-3534

Intel® Core™ der 12., 13. und 14. Generation (i3/i5/i7/i9) LGA1700 – lüfterloser Box-PC

Unterstützt Intel® Core™-Prozessoren der 12., 13. und 14. Generation (i3/i5/i7/i9)

Drei unabhängige Bildschirme: HDMI + HDMI + optionaler Bildschirm

Unterstützt DDR5 SO-DIMM ECC/Non-ECC-Speicher bis zu 64 GB

Weitbereichs-Stromeingang 9–36 VDC

Bis zu 3 Steckplätze für 2,5-Zoll-Festplatten, unterstützt Intel® SW RAID

Unterstützt bis zu 4 GbE, 8 USB, 8 COM, 16-Bit-DIO, 2 CAN-Bus, TPM 2.0

SUSI-API, WISE-DeviceOn, McAfee und Acronis im Lieferumfang enthalten

Unterstützt Windows 11 IoT Enterprise LTSC

IEC 62443-4-2 zertifiziert (Sicherheitsstufe 2), unterstützt die Konformitätsbereitschaft für den EU-Cyber-Resilience-Act

ARK-1222

Intel N97 und x7433RE Quad-Core-SoC mit zwei HDMI-Anschlüssen, zwei LAN-Anschlüssen, vier COM-Anschlüssen – lüfterloser Box-PC für DIN-Schiene

Intel N97 und x7433RE Quad-Core-SoC

DIN-Schienen-System mit wichtigen E/A-Anschlüssen an der Frontblende

Zwei unabhängige 4K-HDMI-Anschlüsse

2 x Intel i226-IT und 4 x RS-232/422/485

2 x USB 3.2 und 2 x USB 2.0

8-Bit-programmierbarer GPIO

Optionale Idoor-Unterstützung

RSB-3810

MediaTek Genio 1200 Cortex A78 & A55 2,5-Zoll-SBC mit UIO40-Express

MediaTek Genio 1200 mit 4 A78-Kernen und 4 A55-Kernen

Onboard-LPDDR4-Speicher 8 GB, 4000 MT/s

HDMI 4k60fps, 1 x Dual-Channel 24-Bit-LVDS

1 x 4-Draht-RS-232/422/485, 2 x USB 3.2 Gen 1 (1x), 2 x USB 2.0, 1 x Micro-SD, 1 x Mikrofon-Eingang / Line-Ausgang

1 x M.2 3052 Key B für 5G, 1 x M.2 2230 Key E-Steckplatz für WiFi/BT

Unterstützt I/O-Erweiterungen durch UIO40-Express-I/O-Karten

Unterstützt Ubuntu und Android

IEC 62443-4-2 zertifiziert (Sicherheitsstufe 2), unterstützt die Konformitätsbereitschaft für die EU-Cyber-Resilience


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FAQs

Geltungsbereich des CRA

Der CRA gilt für alle Produkte mit digitalen Elementen, die in der EU in Verkehr gebracht werden – unabhängig davon, ob es sich um Hardware oder Software handelt. Ausgenommen sind jedoch bestimmte Produktgruppen wie medizinische Geräte, die bereits spezifische Normen wie IEC 81001-5-1 und eigene Zulassungsauflagen erfüllen müssen. Auch eingebettete Systeme mit digitalen Schnittstellen fallen unter den CRA, sofern sie potenziell angreifbar sind.

Der CRA gilt für alle Produkte, die an oder ab dem Stichtag (12. Dezember 2027) verkauft werden. Bestandsprodukte, die vor diesem Datum verkauft wurden, sind nicht betroffen – es sei denn, sie werden wesentlich verändert oder erneut in Verkehr gebracht. Auch Produkte ohne Internetverbindung können betroffen sein, wenn sie über andere Schnittstellen (z. B. USB) angreifbar sind.

Prototypen, die nicht in Verkehr gebracht werden, unterliegen nicht dem CRA. Sobald ein Produkt jedoch in Serie geht oder verkauft wird, gelten die CRA-Anforderungen. Für KMUs gibt es keine Ausnahmeregelungen im CRA – alle Hersteller müssen die gleichen Anforderungen erfüllen.

Hersteller, die Komponenten wie Kameramodule in eigene Produkte integrieren und diese unter eigener Marke vertreiben, gelten als Inverkehrbringer und sind somit vollumfänglich für die CRA-Konformität verantwortlich – inklusive Meldepflichten und Sicherheitsprozesse. Eine Risikoanalyse kann ggf. auf Basis der Vorzertifizierung des Zulieferers erfolgen, ersetzt aber nicht die Gesamtverantwortung.

Definitionen & Begriffe

„Digitale Elemente“ sind laut Gesetz Produkte oder Komponenten, die über eine digitale Funktion verfügen – insbesondere solche mit Mikrocontrollern und Schnittstellen zur Außenwelt. Auch einfache Steuerungen, die intern digitale Logik enthalten, können darunterfallen, selbst wenn sie keine Internetverbindung besitzen.

Ein Produkt gilt als vernetzt, sobald es über eine Schnittstelle verfügt, über die es potenziell manipuliert werden kann – unabhängig davon, ob es sich um eine Internetverbindung, einen USB-Port oder einen VPN-Tunnel handelt. Entscheidend ist die technische Möglichkeit des Zugriffs, nicht die Art der Verbindung. Wenn ein Produkt über eine Schnittselle und/oder die Verbindung verfügt, kann das Produkt vernetzt werden. Es ist nicht entscheidend, ob ein Kunde diese Schnittestelle und/oder Verbindung nutzt.

Ja, auch Geräte ohne Internetverbindung können unter den CRA fallen, wenn sie über Schnittstellen verfügen, die potenziell angreifbar sind – z. B. USB, serielle Ports oder andere physikalische Verbindungen. Die bloße Existenz eines Mikrocontrollers mit externer Schnittstelle kann ausreichen.

Technische Anforderungen & Komponenten

Ja, alle Komponenten, die in ein Produkt integriert werden und sicherheitsrelevante Funktionen übernehmen, müssen im Rahmen der CRA-Konformität berücksichtigt werden. Vorzertifizierte Module können helfen, entbinden den Hersteller jedoch nicht von der Pflicht, das Endprodukt vollständig zu bewerten und zu dokumentieren.

Sobald solche Systeme über externe Schnittstellen verfügen, müssen sie hinsichtlich ihrer Sicherheitsrisiken bewertet werden. Die konkrete CRA-Relevanz hängt vom Anwendungsfall, der Architektur und der Art der Schnittstellen ab. Eine Risikoanalyse ist in jedem Fall erforderlich.

Der CRA fordert, dass Produkte über ihren Lebenszyklus hinweg sicherheitsrelevante Updates erhalten können. Daher kann es sinnvoll sein, bei der Entwicklung ausreichend Speicher für zukünftige Software- oder Sicherheitsupdates (z. B. FOTA) einzubauen. Dies ist jedoch abhängig vom erwarteten Updatebedarf und der Produktarchitektur.

Meldepflichten & Prozesse

Sicherheitsvorfälle müssen innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden. Es gibt keine Ausnahmen für Wochenenden oder Feiertage. Die Behebung der Schwachstelle selbst muss „so schnell wie möglich“ erfolgen – eine konkrete Frist ist in der Verordnung nicht definiert, aber dokumentierte Prozesse zur Reaktion sind verpflichtend.

Hersteller müssen eingehende Meldungen bewerten, dokumentieren und – falls berechtigt – innerhalb von 24 Stunden an die zuständige Stelle weiterleiten. Die Kompetenz des meldenden Kunden spielt dabei keine Rolle für die Meldepflicht.

Für Produkte ist das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) die zuständige Meldestelle in Deutschland. Die Zuständigkeit kann sich im Detail noch verändern, aber aktuell ist das BSI der zentrale Ansprechpartner für CRA-relevante Vorfälle. In anderen Ländern sind es andere Organisationen.

Risikoanalyse & Tools

Ja, für jedes Produkt mit digitalen Elementen muss eine Risikoanalyse durchgeführt und dokumentiert werden – unabhängig davon, ob es sich um ein Grenzfallprodukt oder ein klar vernetztes Gerät handelt. Auch Produkte ohne Internetverbindung können durch andere Schnittstellen sicherheitsrelevant sein.

Für einfache Anwendungen kann Excel ausreichen. Für komplexere Systeme werden oftmals spezialisierte Tools wie Medini von Ansys empfohlen. Auch standardisierte Methoden wie TARA (Threat Analysis and Risk Assessment) bieten strukturierte Vorgehensweisen. Wichtig ist, dass die Methode zur Produktkomplexität passt und dokumentierbar ist.

Normen, Standards & Zertifizierungen

Diese Normen sind nicht direkt Teil des CRA, bieten aber wertvolle Orientierung. IEC 62443 ist besonders relevant für industrielle Anwendungen, ISO 21434 für den Automotive-Bereich. Eine ISO-Zertifizierung ist für CRA-Konformität nicht zwingend erforderlich, kann aber unterstützend wirken.
 

EN18031 (RED-DA) ist für Funkmodule verpflichtend und enthält spezifische Test- und Dokumentationsanforderungen. Der CRA ergänzt diese Anforderungen um produktspezifische Sicherheitsaspekte. Beide Regelwerke müssen parallel erfüllt werden, wenn ein Produkt unter beide fällt und beide müssen erfüllt sein, um eine CE zu erhalten..

Ob eine Selbsterklärung ausreicht, hängt vom Produkttyp und der Risikokategorie ab. Für viele Produkte ist ein Self-Assessment zulässig, bei kritischen Produkten können jedoch zusätzliche Anforderungen wie Zertifizierungen durch Dritte notwendig sein.

Open Source & Softwarepflege

Wird Open-Source-Software in ein kommerzielles Produkt integriert, muss der Hersteller sicherstellen, dass diese Komponenten den CRA-Anforderungen entsprechen. Dazu gehört auch die Pflege und Aktualisierung über mindestens fünf Jahre nach dem letzten Verkaufstag hinweg.

Hersteller sind verpflichtet, sicherheitsrelevante Updates über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahre nach dem letzten Verkaufstag bereitzustellen. Dies umfasst auch die technische Möglichkeit zur Aktualisierung (z. B. FOTA) sowie die Absicherung des Update-Prozesses.

Bestandsprodukte & Inverkehrbringen

Der CRA gilt für alle Produkte, die ab dem 12. Dezember 2027 in Verkehr gebracht werden – unabhängig davon, wann sie produziert wurden. Auch Lagerware muss CRA-konform sein, wenn sie nach diesem Datum verkauft wird.

Ohne eine neue Konformitätserklärung nach CRA dürfen Produkte nach dem Stichtag nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Ein Bestandsschutz besteht nicht. Auch Ersatzteile können betroffen sein, wenn sie sicherheitsrelevante Funktionen übernehmen.

Wird ein sicherheitsrelevantes Ersatzteil in ein bestehendes Produkt eingebaut, kann dies als „wesentliche Änderung“ gelten und eine neue CRA-Konformitätsbewertung erforderlich machen – insbesondere, wenn dadurch neue Schnittstellen oder Funktionen hinzukommen.

Umsetzung & Unterstützung

Ja, es gibt sowohl kommerzielle Tools als auch Beratungsangebote, die Unternehmen bei der Umsetzung unterstützen – z. B. für Risikoanalysen, Dokumentation oder Prozessgestaltung. Auch automatisierte Tools für bestimmte Schritte sind verfügbar.

Ein Self-Assessment umfasst die Identifikation sicherheitsrelevanter Funktionen, eine Risikoanalyse, die Dokumentation von Maßnahmen sowie die Erstellung einer Konformitätserklärung. Es ist vergleichbar mit internen Prozessen wie bei ISO 9001, aber produktbezogen.

SIL-Zertifizierungen betreffen funktionale Sicherheit, nicht Cybersicherheit. Daher ist eine ergänzende Bewertung nach CRA erforderlich – insbesondere hinsichtlich der digitalen Schnittstellen und der Updatefähigkeit.

Das hängt vom Sicherheitsbedarf und der Systemarchitektur ab. In der Regel ist es empfehlenswert, mit einem Mikrocontroller mit erweiterten Sicherheitsfunktionen zu starten und bei Bedarf ein separates Secure Element zu ergänzen, um kritische Daten wie Zugangsdaten besonders zu schützen.

On-demand Inhalte

Ja, die Präsentationen der Webinare können hier heruntergeladen werden.


Entdecken Sie unsere Webinare

Cyber Resilience Act: Folgen für den Verkauf von elektronischen Geräten in der EU ab November 2027

Der Cyber Resilience Act ist eine wegweisende Verordnung zur Verbesserung der Cybersicherheit digitaler Produkte und Dienstleistungen in der EU. Die Verordnung umfasst Anforderungen für Hersteller und Dienstleister mit dem Ziel, ihre Produkte von Anfang an sicher und widerstandsfähig gegen Cyber-Bedrohungen zu konzipieren und zu realisieren.

Das Webinar-Programm 

Stefan Würth von TÜV Süd gibt einen Überblick über die im Rahmen des Cyber Resilience Act erforderlichen Zertifizierungen und die Sanktionen bei Nichteinhaltung. 
Sergejs Rogovs, Chief Engineer Cyber Security bei 1 acue, wird die neue Gesetzgebung für die europäische Industrie erläutern, darunter u. a. die Maschinenrichtlinie und Cybersicherheitsrichtlinie IEC 62443 und die Richtlinie für Netz- und Informationssicherheit (NIS-2) sowie ETSI/RED.
Preeti Khemani, Senior Director bei Infineon, und Dr. Detlef Houdeau, Cybersicherheitsexperte bei Infineon, präsentieren, wie Infineon als führender europäischer Halbleiterhersteller seine Kunden bei der Einhaltung des Cyber Resilience Act unterstützt.

Seien Sie bei unserem gemeinsamen Webinar mit Infineon, 1acue und TÜV Süd dabei.

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