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Wo wir überall zu finden sind: Florenz, die Wiege der Renaissance

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Über vier Millionen Besucher pro Jahr, die größte Sammlung von Kunstschätzen weltweit und eine unvergleichlich reiche Geschichte: Florenz ist eine Reise wert. Das finden nicht nur die Touristen von heute, das galt schon zur Römerzeit.

Alles begann mit einem gewissen römischen Feldherren: Im Jahr 59 vor Christus gründete Julius Cäsar eine Colonia mit dem Namen Florentia – nach der römischen Göttin der Blumen und des Pflanzenwachstums. Die Namenspatronin erwies sich für die Siedlung als segensreich. Florentia wuchs und gedieh so prächtig, dass Kaiser Diokletian die Stadt im dritten Jahrhundert nach Christus zur Hauptstadt der Region Toskana und Umbrien machte. Nach dem Ende des Imperium Romanum 476 verlor Florenz an Einfluss, erst ab dem 12. Jahrhundert ging es wieder aufwärts.

Seine größte Bedeutung erlangte die größte Stadt der Toskana im 14. und 15. Jahrhundert, als Florenz als kulturelles Zentrum Europas galt. Künstler und Gelehrte wie Donatello, Botticelli, Michelangelo, da Vinci hinterließen ihre Fußabdrücke in der Stadt. Und ein Sohn der Stadt schrieb ein Werk über Regierungskunst, an dem sich mancher Entscheidungsträger bis heute orientiert: Niccolò Machiavelli lieferte mit „Il Principe“ (der Fürst) eine Blaupause für Staatsräson: Nach Machiavelli müsse ein Herrscher, um die elementaren Notwendigkeiten des Staates zu erfüllen, „die Gesetze der traditionellen Moral verletzen“ können, da er sonst zusammen mit dem Staat untergehe.

Zeitgleich zur kulturellen Blüte entwickelte sich Florenz zum Handels- und Finanzzentrum. Die Medici stiegen zur wichtigsten Familie der Stadt auf. Besonders Cosimo I. tat sich hier hervor, wurde nach seinem kurzzeitigen Exil Herzog von Florenz und schuf sich ein Netzwerk aus Politikern, Händlern und Klerikern bis in die höchsten Ränge der Kirche. Während der Ära der Medici erlebte Florenz für zwei Jahrhunderte einen kometenhaften Aufstieg. Mit dem Ende ihrer Linie ging es auch mit der Stadt bergab – erst im 19. Jahrhundert erlangte sie einen Teil ihrer Bedeutung zurück und war von 1865 bis 1871 italienische Hauptstadt. Übrigens ist ein berühmter Lügner Florentiner: Zwischen 1881 und 1883 veröffentlichte Carlo Lorenzini „Le Avventure di Pinocchio“.

Während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland siedelten sich viele deutsche Intellektuelle in Florenz an, verließen es aber nach der Verabschiedung der italienischen Rassegesetze wieder. 1943 bis 1945 war Florenz dann von deutschen Truppen besetzt, die in der Stadt immense Zerstörungen hinterließen und alle Brücken sprengten – bis auf die Ponte-Vecchio-Brücke, die Hitler angeblich zu schön fand, um sie zu zerstören. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging es mit der Stadt dann wirtschaftlich wieder bergauf.

Kulturell ist Florenz nach wie vor eine der bedeutendsten Städte Europas: Die Innenstadt wurde 1982 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, zudem wählte das Forbes Magazine Florenz zu einer der schönsten Städte der Welt. Laut UNESCO beherbergt die Stadt fast ein Drittel der weltweiten Kunstschätze.

Entsprechend gibt es zahlreiche Plätze, an denen sich historisch und kulturell Bedeutsames abspielte: Auf der Piazza della Signoria sandten die Florentiner 1301 Dante ins Exil und verbrannten 1497 Schmuck, Kosmetika, Spiegel, Musikinstrumente und anderes in einem von Girolamo Savonarola initiierten „Fegefeuer der Eitelkeiten“ – und ein Jahr später gemäß einem Urteil des Papstes Savonarola selbst. Ursprünglich befand sich dort auch Michaelangelos David, der mittlerweile in der Accademia di Belle Arti beheimatet ist und durch eine Kopie vertreten wird. Außerdem noch der Neptunbrunnen und ein noch funktionsfähiges Aquädukt. Andere sehenswerte Orte sind die Piazza della Repubblica, die bereits erwähnte Ponte Vecchio – und natürlich die Uffizien, in denen sich die weltgrößte Sammlung von Renaissance-Kunst befindet; zusammengetragen von den Medici.

Abgesehen von diesen Sehenswürdigkeiten beherbergt Florenz seit 2004 auch eine Rutronik-Niederlassung. Was Sie außerdem noch unbedingt gesehen haben sollten, wenn es Sie nach Florenz verschlägt, haben wir hier für Sie zusammengetragen:

 

Hotspot: Piazzale Michelangelo
In der Mitte der Piazzale befindet sich die Kopie von Michelangelos David – allein das ist schon sehenswert genug. Noch beeindruckender ist der Panoramablick auf die Stadt, die besonders in der Nacht eine atemberaubende und romantische Aussicht bietet.

 

Hotspot: Giardine di Boboli
Hinter dem Palazzo Pitti, dem Hauptsitz der Medici, liegt der 4,5 Hektar große Boboli-Garten mit langen Achsen, breiten Kieswegen und einer renaissancetypisch absurd hohen Anzahl von Statuen und Brunnen. Die Anlage kann besichtigt werden, der Eintritt ist allerdings kostenpflichtig.

 

Restaurant: „Bella Ciao“ (http://www.ristorantetripperiabellaciao.it/)
Gelegen auf einem Hügel mit majestätischer Aussicht bietet das „Bella Ciao“ typische florentiner Küche, beispielsweise Trippa alla fiorentina (Kutteln) oder das mit Trippa artverwandte Lampredotto, bei dem es sich um den dunkleren und zarteren Labmagen des Rindes handelt.

 

Restaurant: „La Fattoria“, Tavernelle Val di Pesa (Strada del Cerro, 11, Tavarnelle Val di Pesa)
Ein Chianti, ein typisches florentiner Steak und ein lauschiger Innenhof: Das „La Fattoria“ bietet echtes „Dolce Vita“. Besonders empfehlenswert sind das Bistecca und das Filetto, auch die Weinkarte lässt kaum Wünsche offen.

 

Restaurant: „La Reggia Degli Etruschi“ (https://www.lareggiadeglietruschi.com/)
Auf den Hügeln von Florenz liegt dieses ehemalige Kloster, das zu den exklusivsten Restaurants der Stadt gehört. Allein der Ausblick ist appetitanregend, ebenso das geschmackvolle Interieur – und selbstverständlich die edlen toskanischen Weine und traditionelle florentiner Küche.

 

Bar: „Giubbe Rosse“ (https://www.giubberosse.it/)
Das Literaturcafé „Giubbe Rosse“ ist seit jeher Anlaufstelle für Künstler und Literaten und auch heute noch Zentrum zahlreicher kultureller Veranstaltungen. Das stimmungsvolle Ambiente deutet seine Vergangenheit und Gegenwart als Treffpunkt von Kunstschaffenden an – da schmeckt der italienische Espresso gleich doppelt so gut!

 

Bar: „Il Rifrullo“ (http://www.ilrifrullo.com/en/)
Amerika-Feeling in Florenz: 1981 gegründet, war das Rifrullo die erste amerikanische Bar in Florenz und schon immer ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Besonders empfehlenswert ist das Frühstück mit frisch gebackenen Croissants und einem erlesenen Cappucino.

 

Hotel: Hotel 500 Firenze (http://www.hotel500firenze.com/)
Auf den Ruinen einer Renaissance-Villa erbaut und zentral an den Autobahnen A1 und A11 gelegen, verfügt das Hotel 500 Firenze über 60 Zimmer sowie mehrere Tagungsräume, einen Outdoor-Swimming-Pool, eine Kapelle und vieles mehr.