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Wo die feinen Reben wachsen

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Die Geschichte der sächsischen Kundin eines Reisebüros, die eigentlich einen Flug ins portugiesische Porto statt ins französische Bordeaux buchen wollte, kennen Sie sicher. Der Vorfall ereignete sich schon vor einigen Jahren und sorgte republikweit für große Erheiterung. Dabei ist die südwestfranzösische Stadt immer eine Reise wert – nicht nur wegen ihres exzellenten Weines.

Die Anfänge von Bordeaux gehen auf eine keltische Siedlung aus dem dritten Jahrhundert vor Christus zurück, die von den Römern später erobert und Burdigala genannt wurde. „Asterix“-Kennern ist der Name sicherlich aus dem Band „Tour de France“ ein Begriff: Dort ist Bordeaux die elfte Etappe der Rundreise durch Gallien. Asterix und Obelix kaufen dort weißen Burdigala und Austern. Auch in „Asterix bei den olympischen Spielen“ und „Asterix in Spanien“ findet Bordeaux kurze Erwähnung.

Aber Moment mal: Weißer Bordeaux-Wein? Ist Bordeaux nicht traditionell ein Rotwein? Doch, natürlich – aber bis in die 1970er Jahre hinein produzierte die Region um die 250.000-Einwohner-Stadt tatsächlich mehr Weiß- als Rotwein, darunter Sauvignon Blanc, Semillon und Muskateller. Bekannt und berühmt sind aber natürlich die roten Bordeaux-Weine, wobei es hier feine Unterschiede gibt: Seit 1855 gibt es offizielle Klassifikationen für die unterschiedlichen Weine und deren Anbaugebiete, die sich bis heute nur in Nuancen verändert haben.

Die hohe Qualität der Weine ist weltweit bekannt und hat dazu geführt, dass sie inzwischen aufgrund der großen Nachfrage aus Asien zum Spekulationsobjekt geworden sind: Mittlerweile ist der Verkauf von Weinen „en Primeur“, also in Subskription, angeboten. Das bedeutet, dass man im Voraus für sie bezahlt und sie zwei bis drei Jahre später geliefert bekommt. Mittlerweile ist der Subskriptionsverkauf äußerst populär, aber nicht so alt wie angenommen: Erst in den 1970er und 1980er Jahren wurde er populär. Die Nachfrage jedenfalls hat dazu geführt, dass viele Chateaus, auf denen Wein angebaut wird, inzwischen im Besitz von großen Versicherungsunternehmen, Großkonzernen, reichen Unternehmern und ausländischen Investoren sind, die die Chateaus mit Hilfe von Star-Architekten zu echten Attraktionen machen.

Bordeaux ist aber natürlich mehr als nur Wein: Auch kulturell hat die Stadt einiges zu bieten: Am 21. Juni beispielsweise findet alljährlich der „World Music Day“ statt, an dem Amateur- und Profimusiker auf den Straßen aufspielen. Liebhaber von lateinamerikanischen Rhythmen kommen von 21. bis 23. September auf ihre Kosten: Das „Festival Corazon Latino“ lädt zum Mittanzen ein. Das größte aller Feste in Bordeaux hat aber denn doch etwas mit Wein zu tun, ist aber auch für Fans alter Fregatten von Interesse: Von 14. bis 18. Juni findet das „Bordeaux Wine Festival“ statt: Neben auserlesenen Weinen treten zum 20. Geburtstag des Festivals die beeindruckendsten Segelboote bei einer Großsegler-Regatta gegeneinander an. Begleitet von weiteren Events und einem beeindruckenden Feuerwerk verspricht die Veranstaltung beste Unterhaltung.

Bemerkenswert ist auch, dass die Stadt nicht nur durch zahlreiche sehenswerte Einzelbauten ihren Charme entfaltet, sondern durch die fast vollständig erhaltene Anlage der Stadt. Der große französische Schriftsteller Victor Hugo bezeichnete sie daher als eine Mischung aus Versailles und Antwerpen – also aus palastähnlichen Prunkbauten und eher zweckmäßiger Handelsstadtarchitektur. Diese Mischung macht Bordeaux auch zu einer gefragten Location für Film- und Fernsehproduktionen.

Sportlich ist Bordeaux besonders dem Radsport verbunden und daher regelmäßige Etappenstadt der Tour de France – für Sprinter ist die Ankunft in der südwestfranzösischen Stadt neben der auf den Champs-Elysées die prestigeträchtigste. Fußballerisch ist Girondins Bordeaux das Aushängeschild der Stadt: Der sechsmalige französische Meister (zuletzt 2009) und viermalige Pokalsieger (zuletzt 2013) dürfte älteren Fans des FC Bayern München noch bekannt sein: In der Saison 1995/1996 qualifizierte sich Girondins über den UI-Cup für den UEFA-Cup und scheiterte dort im Finale mit 0:2 und 1:3 am deutschen Rekordmeister, seinerzeit trainiert von Franz Beckenbauer.

Was es – außer natürlich der Rutronik-Niederlassung – in Bordeaux sonst noch so zu sehen und zu erleben gibt, haben wir hier für Sie zusammengetragen:

Hotspot: Place du Parlement
Der 1760 errichtete Platz ist gesäumt von mehreren Restaurants – hier findet jeder Gaumen, was er sucht. Architektonisch vereint er die für Bordeaux typische Prunk-Pragmatismus-Kombination und erinnert ein wenig an Barcelona.

Hotspot: Place des Quinconces
Mit einer Fläche von 126.000 Quadratmetern ist der von 1818 bis 1828 erbaute Platz einer der größten unbebauten Plätze Europas. Die schon zu Baubeginn dort angepflanzten Bäume sind nach dem Muster vieler nebeneinander liegender Würfel mit der Augenzahl fünf angeordnet – französisch „Quinconces“, woher der Platz auch seinen Namen hat.

Restaurant: Le Chalet Lyrique (http://www.chalet-lyrique.fr/?lang=EN)
Das Restaurant des La Chalet Lyrique verzaubert die Gäste durch seinen malerischen Garten, der bei gutem Wetter eine einmalige Dinner-Atmosphäre bietet. Bekannt ist das Restaurant für Fleisch, Fisch und saisonale Produkte.

Restaurant: Le Boeuf sur la Place (http://www.leboeufsurlaplace.net/en/)
Erleben Sie feine französische Küche mit kulinarischen Glanzpunkten wie Entrecôte vom Schwein oder Tartar – und auserlesene Süßigkeiten wie hausgemachten Käsekuchen oder Zitronen-Baisers.

Restaurant: Ô p’tit Bahut (http://o-ptit-bahut.lafourchette.rest/en_GB/)
Günstig und groß sollen sie sein, die Portionen im Ô p’tit Bahut Das Restaurant und Bistro bietet französische Spezialitäten, besonders Käse, in rustikaler und gleichzeitig gemütlicher Atmosphäre.

Bar: LIFE Bordeaux (http://www.life-bordeaux.com/)
Alles unter einem Dach: Das LIFE ist Bar, Restaurant und Disco in einem. Einerseits Fingerfood und neue Interpretationen traditioneller Gerichte und typische Cocktails, andererseits moderne Musik für junge Gäste.

Bar: L‘Alchimiste (http://www.lalchimistebordeaux.com/)
Das L’Alchimiste bezeichnet sich selbst als „Cocktail-Restaurant“ und bietet eine erstaunliche Auswahl an unterschiedlichen Antipasti sowie Neuinterpretationen und Neukreationen von Cocktails wie „Midnight in the Garden of Good and Evil“.

Hotel: Le Chalet Lyrique (http://www.chalet-lyrique.fr/?lang=EN)
Kommt Ihnen bekannt vor? Nicht ohne Grund: Nicht nur kann man im Chalet Lyrique hervorragend essen, sondern es ist auch sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Bei 4.5 Sternen ist eine unvergessliche Übernachtung garantiert.