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Wein her, es ist zum Weinen!

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Ob rot, weiß oder rosé. Steht man vor dem Weinregal, hat man eine bunte Auswahl an Rebsorten aus aller Herren Länder. Merlot, Syrah, Tempranillo, Riesling und Chardonnay sind weltweit bekannt – und trotzdem nur einige der über 2500 für den Weinbau zugelassenen Sorten. Auch bei Rutronik24 haben wir einige Weinkenner. Unweit unseres Hauptsitzes gibt es schließlich zwei Weinanbaugebiete.

Was assoziieren Sie mit Wein? Vielleicht Italien? Laue Sommernächte, ausgezeichnetes Essen, gute Gesellschaft und ein vortreffliches Glas Rotwein. Man möchte meinen, dass in Italien am meisten Wein getrunken wird. Das liegt gar nicht so weit weg vom tatsächlich größten Weinkonsumenten: dem Vatikanstaat. Nirgends wird pro Kopf so viel Wein verzehrt wie im Vatikan. Jeder Einwohner trinkt statistisch gesehen 74 Liter Wein im Jahr. In Deutschland sind es gerade einmal 21 Liter. Das könnte daran liegen, dass im Vatikanstaat fast ausschließlich Männer gehobenen Alters leben und der Wein für die großen heiligen Messen unumgänglich ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass Wein in den Supermärkten des Zwergstaates steuerfrei verkauft wird. Verrückt, nicht?

Generell hat man bei Wein ja die Qual der Wahl - sowohl als Verbraucher, als auch als Gastronom. Wie aber findet man den passenden Wein, ohne sich durch sämtliche Weinkeller des Planeten zu trinken? Abhilfe verschaffen Weinmessen wie die VINEXPO, die Vinitaly oder auch die ProWein, eine der bekanntesten Weinmessen in Deutschland. Diese findet seit 25 Jahren im jährlichen Turnus in Düsseldorf statt und ist hierzulande der größte Branchentreff für Interessenten in Anbau, Erzeugung, Gastronomie und Handel. Zu finden sind beispielsweise Aussteller aus Österreich, Italien, Kalifornien oder Nordmazedonien. Dieses Jahr fällt sie allerdings - wie viele andere Messen auch - leider dem Corona-Virus zum Opfer. Bleibt also doch nur die Direktverkostung vor Ort beim Winzer.

Deutschland ist übrigens europaweit der drittgrößte Weinexporteur und weltweit zehntgrößter Weinproduzent. Der Anbau von Wein ist sehr abhängig vom Wetter, bei warmen Temperaturen bis 25 Grad fühlen sich die Trauben am wohlsten. Doch Winzer aus aller Welt haben schon jetzt mit einem verheerenden Problem zu kämpfen: dem Klimawandel. Er ist in vollem Gange und bedroht viele traditionelle Weinanbaugebiete auf der Welt.

Steigende Temperaturen, unverhältnismäßig viel Regen, Stürme und Schädlinge - der Klimawandel bringt viele Veränderungen für die Winzer mit sich. Durch längere Vegetationsperioden verlagert sich die Traubenernte tendenziell eher in das Frühjahr. Da es im Sommer immer wärmer wird, haben die Weinreben mit langen Trockenzeiten und extremen Hitzeperioden zu kämpfen. Im Winter hingegen wird es zwar kalt aber hauptsächlich regnerisch. Um den Wein sowohl vor Hitze, als auch vor Regen und Kälte zu schützen, müssten die Winzer ganzjährig kostspielige Schutzmaßnahmen einleiten.

Starkregen sorgt dafür, dass die Weinreben häufig mit Pilzen und Mehltau befallen werden und durch die anhaltenden milden Temperaturen gab es bereits im vergangenen Jahr keinen deutschen Eiswein mehr. Dieser wird zum Beispiel in einigen Regionen in Kanada angebaut. Ein sehr süßer Wein, der im gefrorenen Zustand geerntet wird und durch die außergewöhnliche Süße der Trauben einen ausgefallenen Geschmack hat.

In mindestens der Hälfte aller Weinanbaugebiete weltweit sind die Auswirkungen des Klimawandels bereits zu spüren, so die "Proceedings of the National Academy of Science". Allerdings sollen die Winzer eine Chance haben, dieser bedrohlichen Entwicklung zu entgehen. Für eine aktuelle Studie wurden einige beliebte Rebsorten untersucht. Herausgefunden werden sollte vorrangig, unter welchen Temperaturen die einzelnen Sorten am besten gedeihen. Bereits bei einem Temperaturanstieg von nur zwei Grad, würde es 56% weniger Weinanbauregionen geben. Im Gegensatz zum französischen Burgund, wo Winzer auf den hitzebeständigen Wein Mourvèdre umsteigen müssten, kämen kältere Länder wie Deutschland relativ unbeschadet davon. Weinsorten wie der Pinot Noir in Deutschland könnten bei einem Temperaturanstieg in Regionen verlagert werden, in denen es derzeit noch keinen Weinanbau gibt, wie beispielsweise Norddeutschland. 2019 wurde ein großer Teil der Traubenernte durch Temperaturen, die im Sommer bis 40 Grad stiegen, beschädigt.

Obwohl die Klimaerwärmung in vielen Ländern negative Auswirkungen auf den Weinanbau hat, muss kein Land befürchten, dass es in naher Zukunft keinen Wein mehr zu kaufen gibt. Durch den Umstieg auf neue Rebsorten und die Umsiedlung Richtung Norden kann ein Großteil der Weinproduktion gesichert werden. Das beruhigt uns bei Rutronik24 natürlich sehr - denn nach einem erfolgreichen Geschäftsabschluss kann man sich ruhig ein Gläschen Wein zur Feier des Tages gönnen.