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Wann lohnt sich ein kundenspezifischer Steckverbinder?

Erstellt von Albert Culetto, Technical Support Connectors and Cables, Rutronik |

Steckverbinder gibt es 2-polig, 4-polig und in vielen anderen Polzahlen, wasserdicht, mit unterschiedlichem Plating und verschiedenen Orientierungen, Löttechnologien, Befestigungs- und Bestückungshilfen. Das ergibt unzählige Varianten für eine Connector Familie, die Hersteller nicht alle standardmäßig anbieten können. Doch wann lohnt sich ein kundenspezifischer Steckverbinder?

Viele Varianten eines Connectors sind inzwischen als Standard verfügbar, so dass keine Werkzeugkosten anfallen. Der Nachteil ist jedoch, dass die Lieferzeiten für ein Steckverbinder Modell relativ lang sein können. Denn der Hersteller kann eine Connector Variante nur dann fertigen, wenn das Werkzeug nicht für einen anderen Kunden belegt ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Steckverbinder deshalb - auch im Hinblick auf ihre Mindestbestellmenge (MOQ, Minimum Order Quantity) - möglichst weit im Voraus bestellt werden.

Modifizierte Steckverbinder

Abhilfe schafft ein kundenspezifischer Steckverbinder nach eigenen Vorgaben. Das sorgt nicht nur für eine sicherere Beschaffung, sondern bietet auch die Möglichkeit, den Steckverbinder auf die spezifische Applikation, die Beschaffungs- und Produktionsprozesse hin zu optimieren, z.B. durch

  • Änderungen am Stanzteil des Connectors hinsichtlich Länge, Form, Plating oder Biegung
  • anderes Trägermaterial, etwa Hochtemperatur-Kunststoff oder 2K-Spritzguss
  • Rastnasen
  • P&P-Flächen
  • Connector Gehäuse mit individueller Form und Abmessungen
  • Änderungen an der Verpackung, z.B. Tape & Reel, Pick & Place Cap, größere Verpackungseinheiten, Ladungsträger oder Mehrwegverpackung

Auf Basis der Bestellmenge, der technischen Möglichkeiten und Auslastung des Maschinenparks sowie seiner Unternehmensstrategie entscheidet der Connector Hersteller, ob er einen solchen kundenspezifischen Steckverbinder umsetzen kann. Hierfür sind 2D-Angaben in einem .pdf-Dokument meist ausreichend. Die einmalig anfallenden Mehrkosten bewegen sich zwischen einigen Hundert bis wenigen Tausend Euro.

Connector perfekt angepasst

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, um Connectoren für die Applikation und den Produktionsprozess maßzuschneidern, z.B.:

  • komplexe Steckverbinder Gehäuse mit integrierter Dichtung
  • Gehäuse mit Druckausgleichsmembranen für Wasserdichtigkeit (IP67 / IP68)
  • Pressfit-Kontakte, die keinen Lötprozess erfordern
  • Steckgesichter als Teil des Applikationsgehäuses
  • mehrere zusammengefasste Steckgesichter
  • in den Kontakten verbaute Verbindungsbrücken (Leistungsbereich)
  • im Steckverbinder Gehäuse schon kontaktierte Komponenten (z.B. Elko, Spule)
  • implementierte Bus Bars
  • mit angespritzte Masseanbindungen, Montagelaschen, Abstandsbolzen oder Schraubbuchsen

Miniaturisierung durch Laser Direct Structuring

Geht es vor allem um Miniaturisierung, bietet LDS (Laser Direct Structuring) die besten Optionen für kundenspezifische Steckverbinder. LDS erlaubt das Einzeichnen von Schaltkreisen mit Schaltplanmodifikation auf vielen RoHS-konformen Plastikmaterialien. Die Großserienfertigung ist mit bis zu 0,10mm dünnen Leitungen und Abständen sowie Schaltkreisraster von 0,35mm möglich. Darüber hinaus stehen vielseitige Designfunktionen zur Verfügung:

  • Integration von Anschlüssen mit unbeweglichen Kontakten
  • (Umlenk-)Löcher mit einem Durchmesser bis hinunter zu 50µm
  • Kragträgerkontakte, integrale Schaltkontakte, Antennenkonstruktionen
  • effektive Kühlkörper und Anschlüsse mit EMI-Schirmung mittels dickerer Kupferplattierung

Für LDS und spezielle Connector Anpassungen wie oben genannt sind teure Werkzeuge erforderlich. Die Kosten teilen sich Kunde und Steckverbinder-Hersteller. Zudem benötigt der Hersteller bei so komplexen Anforderungen schon im Anfragestatus ein 3D-Dokument. Entwicklung und Design des Connectors übernimmt meist der Kunde, die Hersteller stehen jedoch beratend zur Seite.

Von der Idee bis zur PPAP- (Production Part Approval Process) fähigen Bemusterung des kundenspezifischen Steckverbinders vergeht in der Regel ein halbes Jahr. Deshalb ist es entscheidend, von Anfang an mit den richtigen Partnern zusammen zu arbeiten. Rutronik kann seine Kunden bei der Auswahl und Anpassung von Connectoren umfassend unterstützen. Der Distributor ist Partner vieler Steckverbinder-Hersteller, kennt deren Sortiment, Fertigungsstätten, -Technologien und -Maschinen und kann beurteilen, welcher Hersteller die Vorstellungen des Kunden am besten umsetzen kann.

Ob eine Modifizierung oder Maßanfertigung des Connectors ökonomisch sinnvoll ist, zeigt eine Kosten/Nutzenrechnung. Diese sollte die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) umfassen, denn häufig lassen sich die Mehrkosten eines kundenspezifischen Steckverbinders durch Einsparungen bei anderen Bauteilen und bei den Produktionsprozessen ausgleichen oder sogar noch übertreffen. Hinzu kommt die Möglichkeit, Anwendungen mit Alleinstellungsmerkmalen zu entwickeln und sich damit Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

Steckverbinder und andere Komponenten finden Sie auf www.rutronik24.de.

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