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Steiniger Fels, Lebkuchen und ein trauriger Rekord

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Die mit über 500.000 Einwohnern größte Stadt Frankens (wir könnten auch von der zweitgrößten Stadt Bayerns sprechen, wissen aber aus sicherer Quelle, dass sich Franken ungern mit Bayern in einen Topf werfen lassen) ist uns bei Rutronik24 nicht ganz unbekannt: Auf dem Gelände der Messe Nürnberg finden jedes Jahr drei wichtige Messen für die Elektronikbranche statt. Neben der PCIM im Mai und der Sensor+Test im Juni steht Ende Februar die embedded world (Halle 5, Stand 467) ins Haus.

Nürnberg ist eine der traditionsreichsten Städte Deutschlands und gehört noch heute zu den bedeutendsten Städten des Landes. Der Name der Stadt leitet sich von „nor“ für „steiniger Fels“ ab und bezeichnete den Keuperfels mit der Burg. Bemerkenswert ist, dass die Siedlung von Anfang an Marktrecht genoss und sehr schnell an Bedeutung für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation gewann. Zahlreiche römisch-deutsche Kaiser lebten zumindest zeitweise in Nürnberg, darunter Karl IV., der 1356 die Goldene Bulle – das „Grundgesetz“ des Heiligen Römischen Reiches – erließ.

Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 kam Nürnberg unter bayrische Herrschaft und entwickelte sich zu einem der industriellen Zentren des Königsreichs. 1835 fuhr mit dem „Adler“ der erste Personenzug von Nürnberg nach Fürth. Nürnberg wurde im 19. Jahrhundert zum Zentrum für zahlreiche Industriezweige, darunter die Spielwaren-, Modelleisenbahn-, Maschinen-, Elektroapparatebau-, Zweirad- und Bleistiftbranche – die erste Fahrradfabrik Deutschlands stand ebenfalls in Nürnberg.

Eher unrühmlich dagegen war die Rolle, die die Stadt zur Zeit der Nationalsozialisten spielte: Obschon aufgrund der industriellen Prägung ein Zentrum der Sozialdemokratie hielt die NSDAP schon in den 1920er Jahren ihre Reichsparteitage in Nürnberg ab. Nachdem die Nazis 1933 die Macht im Reich übernommen hatten, wurde die Stadt zu einem der wichtigsten Orte der NS-Propaganda – und nach Kriegsende zum Schauplatz der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Nürnberg einen neuerlichen Aufschwung – zahlreiche deutsche Traditionsmarken wie Siemens-Schuckert, Schöller-Eis, MAN, Zündapp und Triumph-Adler sorgten für einen Boom und die Entwicklung hin zu einem bedeutenden Messestandort. Außerdem in Nürnberg beheimatet ist die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), das größte Marktforschungsinstitut Deutschlands und verantwortlich für die Erhebung von Einschaltquoten für das Fernsehen.

Einen Niedergang hatte Nürnberg allerdings im Sport zu verzeichnen: Der 1.FC Nürnberg, fußballerisches Aushängeschild der Stadt, wandelte sich vom deutschen Rekordmeister (neun Titel, erst 1987 vom FC Bayern überflügelt – ausgerechnet, klagt die stolze Frankenseele!) zum aktuellen Rekordabsteiger mit insgesamt neun Abstiegen aus der deutschen Eliteklasse. Außerdem gelang dem FCN das „Kunststück“, als bisher einziger amtierender deutscher Meister aus der Bundesliga abzusteigen. 2008 widerum stieg der FCN als amtierender Pokalsieger ab – ebenfalls eine bedeutende „Leistung“ und ein weiterer Beweis für das in Nürnberg verbreitete, resignierte Sprichwort: „Der Club is a Depp!“

Zum Glück bietet die Stadt – nicht nur für Fußballbegeisterte – genügend Möglichkeiten, sich abzulenken: Kultur- und Architekturfans kommen bei der Nürnberger Burg, einer der bedeutendsten Wehranlagen Europas, dem Heilig-Geist-Spital und zahlreicher Kirchen aus der Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus auf ihre Kosten. Und apropos Kirchen und Religion: Der Nürnberger Christkindlesmarkt im Dezember ist mit über zwei Millionen Besuchern einer der größten Weihnachtsmärkte in Deutschland und einer der bekanntesten der Welt.

Und in einer Stadt, in der der Weihnachtsmarkt so große Bedeutung hat, spielen natürlich auch weihnachtliche Naschereien eine große Rolle: Nürnberger Lebkuchen und Früchtebrot sind weit über die Stadt hinaus bekannt. Ebenso wie eine weitere, aber weniger saisonale Spezialität, die ebenfalls auf dem Christkindlesmarkt gereicht wird: Rostbratwürste. Und im Gegensatz zum Rest der Republik ist es in Nürnberg auch nicht anzüglich, wenn man im Restaurant „Nackerte“ bestellt: Man bekommt dann nicht den örtlichen FKK-Ortsverband an den Tisch geliefert, sondern das Innere der Rostbratwurst, serviert auf einem Butterbrot.

Eine schöne Legende aus der Raubritterzeit ist ebenfalls überliefert: Der Raubritter Eppelein, der die Nürnberger Kaufleute um viel Geld erleichtert hatte, war in jungen Jahren in die gleichaltrige Agnes verliebt. Er war für seine Raubzüge bereits zum Tod am Galgen verurteilt worden. Als er dann aber hörte, dass seine Angebetete heiratet, fasste er einen tollkühnen Plan: Bei der Hochzeitsfeier stolperte eine blutüberströmte Wache in die Festgesellschaft und stöhnte: „Es war Eppelein. Er versucht gerade zu fliehen.“ Als die Gäste die Verfolgung aufnahmen, blieb allein Agnes zurück. Die Wache stand plötzlich wieder auf und wischte sich das Blut ab. Genau genommen handelte es sich um Erdbeermus. Der tollkühne Outlaw raubte sich dann den Brautkuss. Eppelein hatte seinen Kuss, die Ritter wollten ihn stellen, doch er sprang mit seinem Pferd am Fuße des Fünfeckturms über die Mauer in den Burggraben und entkam. Wenn man genau hinschaut, kann man heute noch den Hufabdruck sehen.

Was es außer Legenden in Nürnberg noch alles zu sehen und zu erleben gibt, haben wir auch dieses Mal wieder für Sie liebevoll zusammengetragen:

Restaurant: Australian Bar & Kitchen (www.australianbar.de/Australian-Bar-Kitchen-Nürnberg.html)
Die Australian Bar & Kitchen ist nicht nur für Fans des RTL-Dschungelcamps wärmstens zu empfehlen. Im Gegensatz zum „Dschungel“ werden die Spezialitäten hier allerdings frisch zubereitet. Spezialitäten sind „Catch the Hopper“, eine Variation von leckeren Heuschrecken, sowie der Ayers-Rock-Burger mit 200 Gramm dünn geschnittenem Känguru-Filet, gebratenem Speck und Frischkäse-Topping.

Restaurant: La Cultura (www.la-cultura.de)
Wen es eher nach traditionell-italienischer Küche gelüstet, für den ist das „La Cultura“ mit seinem gemütlichen Ambiente und einer exzellenten Auswahl an Weinen der richtige Anlaufpunkt. Insbesondere das Saltimbocca alla Romana, also Kalbsfleisch mit Parmaschinken und frischem Salbei, serviert mit Gemüse und Kartoffeln, ist unbedingt zu empfehlen.

Restaurant Röslein (www.bratwurst-roeslein.de)
Wenn wir schon von der fränkischen Rostbratwurst schwärmen, dann darf natürlich ein Restaurant mit traditioneller deutscher Küche nicht fehlen: Im „Röslein“ gibt es Nürnberger Bratwurstgulasch in pikanter Tomaten-Paprika-Soße und frischen Eierspätzle. Im urig-gemütlichen Ambiente fühlt man sich außerdem auf Anhieb wohl.

Bar: Skybar (www.admiral-filmpalast.de/skybar.html)
In der Skybar sind Sie tatsächlich „ganz oben“ angelangt: Dank des atemberaubenden Blicks über die Dächer von Nürnberg schmecken die 120 verschiedenen Cocktailkreationen gleich noch besser. Und falls der kleine Hunger kommt, gibt es eine Auswahl an Salaten, Burgern, Pasta und anderem. Wer sich, statt das Nachtleben zu genießen, lieber zu Kaffee und Kuchen dort verabreden will, kommt ebenfalls auf seine Kosten.

Bar: dieroteBar (www.dierotebar.net)
Wer es eher unkonventionell mag, fühlt sich in der „dieroteBar“ wohl. Auf der Website heißt es: Die rote Bar ist eine Zuflucht vom Normalen und ein Tempel der Gelassenheit. Die exzentrische Dekoration gehört dabei ebenso zum Konzept, wie die fantastischen Drinks und die kostenlosen Erdnüsse. Das freundlichste und schlagfertigste Barpersonal ist ohnehin ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Philosophie.“ Über 120 Longdrings und Spirits sowie 54 andere Drinks sprechen ebenfalls für sich.

Hotel: dasPaul (www.daspaul.com)
Mitten im Herzen von Nürnberg und mit exzellenter Anbindung an die U-Bahn-Station, befindet sich „dasPaul“. Das Drei-Sterne-Hotel ermöglicht es durch seine Lage, die Stadt bequem zu erkunden und im Sommer den Tag im Biergarten ausklingen zu lassen.

Hotspot: Germanisches Nationalmuseum
Wie haben unsere Vorfahren in den vergangenen Jahrhunderten gelebt? Zahlreiche Antworten auf diese Fragen bietet ein Abstecher ins Germanische Nationalmuseum. Hier kann man den Alltag und den Trubel der Großstadt für ein paar Stunden vergessen und nebenbei auch noch etwas lernen. Kleiner Tipp: Jeden Mittwoch ab 18 Uhr können Sie die Vergangenheit kostenlos bis 21 Uhr erleben.  

Hotspot: Alter Kanal
Das Naherholungsgebiet lässt sich perfekt mit dem Fahrrad erkunden; nach einer ca. 25 Kilometer langen Fahrt kann man in einem urigen Biergarten mit leckerer Küche einkehren, um sich zu stärken. Der Kanal hat zu allen Jahreszeiten seinen Reiz, besonders schön ist er im Sommer, wenn die Natur voll erblüht ist und jede Menge Tiere zu sehen sind. Nicht zu vergessen ist der fantastische Sonnenauf- oder Sonnenuntergang, den man am Kanal erleben kann.