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Stadt des Lichts

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Drittgrößte Stadt Frankreichs, gleichzeitig evangelische Reformationsstadt und katholischer Bischofssitz, Kulturmetropole und kulinarische Hochburg und nicht zuletzt: Geburtsstadt des Kinos. In Lyon bannten die Gebrüder Lumière die ersten bewegten Bilder auf Leinwand und schufen 1895 mit „Arbeiter verlassen die Lumière-Werke“ den ersten – wenn auch nur knapp 50 Sekunden langen - Film. Schnell wurde das enorme Potential der neuen Technologie klar und im selben Jahr führten die Brüder vor zahlendem Publikum gleich mehrere Kurzfilme auf.

Nach einem guten Film verspürt man gerne mal ein leichtes Hüngerchen – und Lyon ist die Stadt, in der man den knurrenden Magen am besten besänftigen kann: Gourmets können zwischen sage und schreibe 14 mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants wählen. Wer es dagegen lieber bodenständig mag, den führt der Weg in die Bouchons – kleine Gasthäuser mit eng aneinander stehenden Tischen, karierten Tischdecken und einfachen, aber schmackhaften Gerichten aus regionalen Spezialitäten. Die Bouchons gehen auf die ersten Köchinnen des 18. Jahrhunderts zurück, die keine klassische Kochausbildung abgeschlossen hatten, sondern zunächst im Dienst großer Familien des wohlhabenden Bürgertums standen, bevor sie sich selbstständig machten und kleine Gasthäuser eröffneten.

Lyon blickt jedoch nicht nur kulinarisch auf eine reiche Geschichte: Während der Französischen Revolution war die Stadt Zufluchtsort für Royalisten sowie für Girondisten, die sich von den Jakobinern abgespalten hatten. Nachdem die jakobinische Stadtverwaltung verjagt worden war, ging der Nationalkonvent militärisch gegen die abtrünnige Stadt vor. Nach 66-tägiger Belagerung wurde Lyon schließlich am 9. Oktober 1793 erobert. Die Häuser aller „Gegner der Revolution“ sollten abgerissen, Lyon zu einer „Stadt ohne Namen“ werden. Unter Napoleon wurden die abgerissenen Häuser schließlich wieder aufgebaut. Während der Besetzung durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg war Lyon ein Mittelpunkt der Résistance. Die französischen Widerständler nutzten im Kampf gegen die Deutschen die „Traboules“ -  besondere Passagen- und Treppenhauskonstruktionen, die den Durchgang von einer Straße zu mehreren anderen ermöglichen, teilweise durch Innenhöfe und über verschiedene Ebenen.

Frankreichs drittgrößte Stadt ist jedenfalls nicht nur kulinarisch und kulturell von großer Bedeutung. Auch namhafte Unternehmen – darunter die Großbank Crédit Lyonnais, der Pharmakonzern Sanofi-Aventis und Rutronik – sind hier vertreten. Außerdem ist Lyon eines der ältesten Zentren der französischen Fayance-Herstellung: Die kunsthandwerklich hergestellte Keramik wird schon seit 1512 in der Stadt produziert.

Die Altstadt Lyons und ein Teil der Halbinsel Lyon wurden 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und haben einen Unternehmer offenbar so fasziniert, dass er in Dubai die „Lyon-Dubai City“ aus dem Boden stampfen will, inklusive Sehenswürdigkeiten, Bars, Statuen und Restaurants. Das ehrgeizige Projekt scheint sich aber zumindest bisher eher ein Wettrennen mit dem Flughafen BER zu liefern: Konkrete Fortschritte sind jedenfalls seit Jahren keine bekannt geworden. Trotzdem leuchtet der Wunsch, Lyons Kunstwerke zu kopieren, ein: Frédéric Auguste Bartholdi, Schöpfer der Freiheitsstatue, hat auf dem Place des Terreaux den Bartholdi-Brunnen geschaffen – ein 21-Tonnen-Skulpturenspringbrunnen, bei dem das Wasser im Winter gefriert und ein noch beeindruckenderes Schauspiel bietet. Leckeres Essen, tolle Skulpturen und geheimnisvolle Wegen sind aber längst nicht alles: Auch die internationale Polizeibehörde Interpol hat hier ihren Sitz. Ihr gehören 190 Mitgliedsstaaten an.

Und falls Sie zu den rund 60 Prozent der Lyon-Besucher zählen, die nur wegen einer Geschäftsreise in der Stadt sind, hätten wir da noch den einen oder anderen Tipp, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Gehören Sie dagegen zu den anderen 40 Prozent, gelten die Tipps aber natürlich ganz genauso.

Hotspot: Fourvière
Der Fourvière ist ein Hügel im Westen von Lyon und bietet ein beeindruckendes Panorama über die Dächer der Stadt. Auf dem Gipfel des Hügels gründeten die Römer damals die Stadt, die heutige Basilika steht auf dem alten Forum Vetus, dem Stadtzentrum zur Römerzeit.

Hotspot: Place Bellecour
Die Place Bellecour ist mit 62.000 Quadratmetern der größte Platz von Lyon und der drittgrößte in Frankreich. Zu ihm führen drei wichtige Einkaufsstraßen der Stadt. Mitten auf dem Platz steht ein Reiterstandbild des  „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV.

Restaurant: Chabert et Fils (http://chabertrestaurant.fr/chabert-et-fils/)
Das „Chabert et Fils“ ist ein typisches Lyoner Bouchon. Entsprechend stehen Spezialitäten der Region auf der Speisekarte, darunter Lachsgerichte, Schnecken und verschiedene Menükombinationen.

Restaurant: Le Carnegie Hall (https://www.carnegie-hall-69.com/)
Im jahr 1990 eröffnete das von Gallagher’s Steakhouse in New York inspirierte Restaurant und bietet passionierten Fleischessern seither zahlreiche verschiedene erlesene Fleischspezialitäten .

Restaurant: Paul Bocuse (https://www.bocuse.fr/en/)
Der Name ist Programm: Paul Bocuse, der legendäre „Koch-Papst“, führte das gleichnamige und mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant höchstselbst und bietet erlesene Gerichte für Connaisseure der Haute Cuisine.

Bar: NINKASI (https://www.ninkasi.fr/lieux/saint-paul.html)
Das NINKASI Saint-Paul bietet neben einer umfangreichen Auswahl an Bieren und Cocktails auch Burger und kulturelle Events, hauptsächlich Konzerte von lokalen Künstlern.

Bar: La Taverne du Perroquet Bourré (https://lataverneduperroquetbourre.eatbu.com/)
In der Bar „La Taverne du Perroquet Bourré“ hat man die Wahl zwischen zahlreichen verschiedenen Cocktails mit und ohne Alkohol. Besonders Rum-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

Hotel: Mob Hotel (https://www.mobhotel.com/lyon/)
Gutes Essen, Live-Musik, eine Bibliothek und ein avantgardistisches Ambiente zeichnen das Mob Hotel in Lyon aus.