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Pionier der Koksgewinnung, Startpunkt des Zweiten Weltkriegs, modernes Zentrum der Wissenschaft: Gliwice

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Mit 180.000 Einwohnern liegt Gliwice (auf Deutsch Gleiwitz) im südlichen Teil Polens und damit auch im oberschlesischen Ballungsraum. Die Stadt ist heute nicht nur eine bedeutende Anlaufstelle für die Entwicklung neuer Technologien und die Automobilindustrie, sie ist auch ein Wissenszentrum mit industrieller Tradition.

Gleiwitz wurde im 12. Jahrhundert nach deutschem Recht gegründet. Die Stadt gehörte im Mittelalter verschiedenen Fürstentümern an, bevor sie 1492 unter die Herrschaft von Herzog Johann den Guten von Oppeln gefallen ist. Bis 1796 hatte die Stadt eher keine große wirtschaftliche Bedeutung. Erst als nach dem 30-Jährigen Krieg, im Osten der Stadt die königliche Eisenhütte mit dem ersten Kokshochofen (Koks ist ein Brennstoff, der mehrere Vorteile gegenüber Kohle hat) in Europa gegründet wurde, gewann Gleiwitz an wirtschaftlicher Bedeutung.

Durch den Bau des Klodnitzkanals im Jahr 1812 wurde der Ballungsraum wirtschaftlich an das restliche Land und damit auch an Europa angeschlossen. Durch die Verbindung der "Oberschlesischen Eisenbahn" im Jahr 1845 wurde die Stadt noch zugänglicher.

Nach der Teilung Oberschlesiens stimmten fast 80 % der Bevölkerung für einen Verbleib der Stadt bei Deutschland. Durch diese Abstimmung und die Teilung des Industriegebiets im Jahr 1922 erfuhr Gleiwitz einen weiteren wirtschaftlichen Höhepunkt. Wegen der besonderen Lage verlegten viele Unternehmen, Behörden und Industrieverbände ihren Sitz nach Gleiwitz. In den folgenden drei Jahren entstand unter anderem ein Flughafen und ein Rundfunksender. Zwischen 1934 und 1939 musste der Klodnitzkanal dem Gleiwitzer Kanal weichen. Die Erneuerung begünstigt die Verbindung zwischen dem Oberschlesischen Industrieverkehr und der Oder.

Am 31. August 1939 schrieb die Stadt unfreiwillig Geschichte. SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks bekommt gegen 16 Uhr einen Anruf aus Berlin mit dem Codewort "Großmutter gestorben". Damit war das Unternehmen Tannenberg gestartet - der propagandistische Vorwand, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs rechtfertigen sollte. Der Sender wurde um 20 Uhr unter falscher Flagge von deutschen Soldaten eingenommen. Die Zuhörer wurden unter anderem mit den Worten: "Achtung! Achtung! Hier ist Gleiwitz. Der Sender befindet sich in polnischer Hand..." getäuscht. Dabei gab es bei dem Überfall lediglich eine Leiche, die als Beweis für die Geschehnisse dienen sollte. Am nächsten Tag war in deutschen Zeitungen von dem Überfall auf den Sender Gleiwitz und anderen Grenzzwischenfällen zu lesen. Damit hatte der zweite Weltkrieg begonnen. Während des Krieges wurden die Industriewerke der Stadt vollständig auf die Rüstungsproduktion umgestellt. Die weitestgehend verschonte Stadt wurde 1945 von der Roten Armee besetzt, bis sie im Zuge der Potsdamer Beschlüsse an Polen angeschlossen wurde.

Gliwice ist heute eine der ältesten und schönsten Städte in Oberschlesien. Durch die Autobahnen A1 und A4, den Flughafen und die Bahn ist sie außerdem von ganz Europa gut zu erreichen. Wer sich für Geschichte interessiert kann nicht nur den Sender Gleiwitz anschauen, sondern auch das Museum besuchen, in dem die Geschichte der Stadt aufgezeigt wird. Aber auch verschiedene Kirchen, alte Gießereien oder die alten Wehrmauern bieten ein abwechslungsreiches Freizeitangebot.

Restaurant: Mini browar Majer (http://www.minibrowarmajer.pl/)

Das Mini browar Majer ist ein regionales Familienrestaurant, welches sowohl mit traditionellen Gerichten, aber auch mit einer eigenen Brauerei punktet. Hier wird noch nach alter Rezeptur ungefiltertes und nicht pasteurisiertes Bier gewonnen und an den Gast gebracht. Im familiären Umfeld des Restaurants kann man sich direkt wohlfühlen.

Restaurant: Momo (https://www.momogliwice.pl/welcome-en)

Wer lieber Wein in einer freundlichen aber auch außergewöhnlichen Umgebung trinken will, sollte das Momos besuchen. Die Lokalität befindet sich sehr zentral in der Innenstadt von Gliwice und bietet jede Woche ein anderes Mittags-Menü an. Egal ob Suppen, Salate oder Nudelgerichte - hier wird fast jeder satt. Das Restaurant eignet sich auch bestens für Familienbesuche. Die Kinder haben dann eine extra Speisekarte, aus der sie wählen dürfen.

Restaurant: Winebar lofty (http://winebar-lofty.pl/)

Alle die zu ihrem Steak gerne einen guten Wein aus aller Welt trinken wollen, sollten die Weinbar lofty besuchen. Durch das alte Backsteingebäude erleben die Besucher das industrielle Flair der Stadt.

Bar: Hellgate (https://www.facebook.com/hellgate.pub/)

Ein "Polish Pub", wenn man so will, mit einer tollen Auswahl unterschiedlichster Craft-Biere und vielen polnischen Biersorten frisch vom Fass. Wie es sich für einen Pub gehört, kommt auch der TV-Sport nicht zu kurz und bei schönem Wetter lockt der kleine, gemütliche Biergarten.

Bar: Hemingway Club (https://hemingwayclub.pl/)

Direkt am Marktplatz gelegen, besticht diese nach dem berühmten Schriftsteller Ernest Hemingway benannte Bar mit seinem Ambiente, welches den Besucher sofort in eine vergangene Epoche entführt. Ein angeschlossenes Restaurant bietet eine umfangreiche Speisekarte, wobei die Rouladen mit Knödeln und Rotkohl wohl besonders zu empfehlen sind. Im urigen Gewölbekeller spielt im wahrsten Sinne des Wortes die Musik und wer möchte, kann in einem separaten Bereich stilecht eine Zigarre zu seinem Whisky genießen.

Hotel: Qubus Hotel (https://www.qubushotel.com/en)

In zentraler Lage und exzellenter Verkehrsanbindung befindet sich das modern gehaltene Qubus Hotel. Das Drei-Sterne-Haus verfügt über mehrere Konferenzräume und ein ausgezeichnetes Frühstück. Ein idealer Ort, wenn man die Stadt erkunden möchte.

Sehenswürdigkeit: Radiostacja - Sender Gleiwitz (http://muzeum.gliwice.pl/en/explore/radiostacja-gliwice-1)

Die Radiostation ist nicht nur die weltweit höchste Radiostation aus Holz, sie hat auch einen großen Anteil an dem Zweiten Weltkrieg gehabt. Sie hat den Krieg unbeschadet überstanden und kann noch heute besucht werden. Hier wurde am 31. August 1939 der fingierte Überfall von SS-Truppen des Deutschen Reichs durchgeführt, welcher unter anderem als Grundlage diente, Polen anzugreifen. Ein angegliedertes Museum macht die Geschichte dieses Zeitzeugens greifbar.

Sehenswürdigkeit: Palmiarnia Miejska - Das "Palmenhaus" (https://mzuk.gliwice.pl/jednostka/palmiarnia/)

Im Palmenhaus kommen auch Naturfreunde auf ihre Kosten. Seit 1880 hat sich die Palmiarnia ständig weiterentwickelt. Zu finden sind hier Pflanzen wie verschiedene Heil- und Aromapflanzen oder andere tropische Sorten. Neben Vögel können in den verschiedenen Terrarien auch zahlreiche Reptilien wie zum Beispiel Schildkröten besichtigt werden. Seit 2012 verfügt das Palm House sogar über ein Aquarium. Ob allein und mit der ganzen Familie - gerade an regnerischen oder kalten Tagen ein tolles Ausflugsziel!