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Phönix aus der Asche

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Namensgeberin für das militärische Bündnis der osteuropäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg, Schauplatz des Kniefalls des deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt vor dem Mahnmal für den Ghettoaufstand, Ort des Papstbesuches von Johannes Paul II., der als eine der Mitursachen für die Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc betrachtet wird: Die Geschichte der polnischen Hauptstadt Warschau allein seit 1945 ist reich an historischen Momenten und großer Symbolik. Die mit über 1,7 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt des Landes ist eines der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Osteuropas.

Lange, bevor es die Stadt überhaupt gab, nahm Warschau schon eine Pionierrolle ein: In der Umgebung des heutigen Stadtgebiets fanden Archäologen Spuren dafür, dass vor 7.500 bis 8.000 Jahren Menschen hier Käse produziert haben. Die tatsächliche Gründung der Stadt fand im 9. Jahrhundert statt. Aus dieser Zeit ist belegt, dass es eine erste befestigte Siedlung, bestehend aus einer Wallburg und einem Dorf. auf dem Gebiet der heutigen Stadt gab. Diese Siedlung wurde allerdings Ende des 11. Jahrhunderts wieder aufgegeben, eine neue befestigte Anlage entstand im 12. Jahrhundert am linksseitigen Weichselufer als einer der Sitze der masowischen Herzöge.

1596 schließlich entschloss sich Sigismund III. Wasa, die Residenz der polnischen Könige von Krakau nach Warschau zu verlegen. Damit wurde die Stadt zur De-Facto-Hauptstadt Polens, was zu einer erheblichen wirtschaftlichen und kultureller Blüte führte.Seit dem 13. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt stetig weiter, im 14. Jahrhundert entstanden die meisten Gebäude in der Altstadt, darunter die gotische Johanneskathedrale und das spätere Königsschloss. Dieses kulturelle und historische Erbe wurde während des Zweiten Weltkriegs durch die Nazis weitgehend zerstört.

Doch wie ein Phönix erhob sich die polnische Hauptstadt aus der Asche des Krieges und die Altstadt wurde basierend auf Gemälden aus dem 17. und 18. Jahrhundert wieder aufgebaut. Sie ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Übrigens war die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nicht das erste Mal, dass die Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde: Bereits während des Zweiten Nordischen Krieges 1655-1657 durch Schweden, Brandenburger und Siebenbürger sowie 1734 durch schwedische und russische Truppen wurde Warschau zerstört - und immer wieder aufgebaut.

Die Altstadt ist gleichzeitig auch die größte Touristenattraktion, insbesondere der Marktplatz, wo sich Restaurants, Cafés und Geschäfte befinden. Sie wird eingehegt von der mittelalterlichen Stadtmauer sowie der Barbakane, einer renaissancezeitlichen Burg und der Johanneskathedrale. Doch nicht nur die Altstadt wurde während der Sowjetzeit wieder aufgebaut: Während der Stalinzeit wurde der Warschauer Kulturpalast als Geschenk an das polnische Volk errichtet. Mit 237 Metern ist er das höchste Gebäude der Stadt, der Glockenturm mit 165 Metern der höchste in Europa.

Und noch einen - eher unrühmlichen - Rekord hält Warschau: Es ist die verstopfteste Stadt Europas. Damit ist nicht die Verdauung der Einwohner gemeint, sondern die Straßen. Durchschnittlich verbringen die Bürger der Stadt 106 Stunden pro Jahr im Stau. Glücklicherweise gibt es genug Möglichkeiten, sich davon zu erholen. Der Lazienki-Park ist einer der größten Palast- und Parkanlagen Europas. Dort finden sonntags von Mai bis Oktober kostenlose Konzerte statt. Zudem verfügt Warschau über mehr Theater als Kinos (47 gegen 36) - ein reichhaltiges Kulturprogramm ist also gesichert.

Eine Besonderheit Warschaus ist das Kinderpatentamt: Seit zehn Jahren gibt es diese Einrichtung, seitdem wurden über 30.000 Erfindungen patentiert, was beweist: Kinder sprühen nur so vor Ideen - und vielleicht kommt das nächste große Ding ja aus Warschau, womöglich sogar mit Bauelementen von Rutronik24.

Sie sehen also: Warschau ist eine Reise wert. Ein paar Vorschläge, was es dort zu sehen und zu erleben gibt, finden Sie hier.

Restaurant: Bohemia (bohemiarestaurant.pl/en/)
Essen an der Schnittstelle zwischen historischer Altstadt und modernen Wolkenkratzern: Im "Bohemia" trifft Tradition auf Moderne, was auch für die Speisen gilt: Von Steaks über Burger bis zu saisonalen Menüs reicht die Auswahl. Besonders zu empfehlen sind die hausgemachten Kartoffelpfannkuchen.

Restaurant: Rozana (www.restauracjarozana.com.pl/en/)
Malerische, märchenartige Kulisse inklusive Vogelgezwitscher und blühende Blumen, dazu leichte, leckere Menüs aus der traditionellen polnischen Küche -das ist das Rozana. Hier erwarten Sie Fischgerichte, beispielsweise marinierte Heringe oder Lachstartar sowie verschiedene leichtere Gerichte wie Flusskrebs-Crèpes oder Kartoffelblinis mit Kaviar.

Restaurant: Ritual Club Warsaw (www.ritualwarsaw.com/EN/)
Clubbing und Sushi: Was ungewöhnlich klingt, ist im Ritual Club Programm. Das spektakuläre Interieur des erst 2016 eröffneten Clubs tut ein Übriges. Auf der Karte stehen zahllose Sushi-Spezialitäten, zudem haben Sie die Gelegenheit, Polens besten Barkeepern bei der Arbeit zuzusehen und ihre Arbeit direkt zu verkosten.

Bar: Panorama Sky Bar (http://www.panoramaskybar.pl/en)
Die höchstgelegene Bar Polens bietet einen spektakulären Ausblick über Warschau und das luxoriöse Ambiente lässt keine Wünsche offen. Zusätzlich zum atemberaubenden Ausblick gibt es eine große Auswahl an hervorragenden Wodkas, Champagner und einzigartigen Cocktails sowie Snacks, Salate und Desserts. Die Crème de la Crème der polnischen Clubszene unterhält Sie dabei mit erstklassiger Musik.

Bar: Bar and Books (www.barandbooks.pl/warsaw/us.html)
Eine gemütliche Bar am Rande der Altstadt, eingerichtet wie eine Bibliothek. Für Warschauer Verhältnisse eher hochpreisig, dafür ist die Auswahl an Cocktails, Whisky und Zigarren aus aller Herren Länder wirklich ausgezeichnet. Einmalige Atmosphäre in der Bar, oft unterstrichen durch exzellente Live-Musik.

Hotel: Stalowa 52 (stalowa52.pl/en/)
Ein echter Geheimtipp: Das Stalowa 52 liegt in einem Viertel Warschaus, das aktuell in der Künstlerszene der Stadt besonders angesagt ist. Das Hotel vermittelt mit abgeschlagenem Putz und offen liegenden Leitungen bewusst ein industrielles Flair, was auch durch die Holz- und Metallmöbel in den Zimmern unterstrichen wird. Auch das Restaurant ist kulinarisch top.

Hotspot: Weichsel-Boulevards (warsawtour.pl/de/project/weichsel-boulevards/)
Die Weichsel hat Warschaus Geschichte und das Bild der Stadt über Jahrhunderte geprägt. Die mehrere Kilometer lange Uferpromenade bietet nicht nur genug Raum für einen ausgedehnten Spaziergang, sondern auch zum Sonnenbaden in einem der mit Sonnenliegen, Steinbänken und Stühlen aus Baumzweigen ausgestatteten Pavillons

Hotspot: Copernicus Science Centre (http://www.kopernik.org.pl/en/)
Wer sich für Wissenschaft und Technik interessiert, kommt am Copernicus Science Centre nicht vorbei: Sieben permanente Ausstellungen sowie das High-Voltage- und Roboter-Theater vermitteln interessante Einblicke und regen zum Denken, Diskutieren und teilweise sogar Mitmachen an. Für Sterngucker beherbergt das Copernicus Science Centre auch ein Planetarium.