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Individuelle TFT Displays für Industrieanwendungen

Auch für den Einsatz in der Industrie sind individualisierte und veredelte TFT Displays immer gefragter. Dominic Spirgat, Product Sales Manager Displays & Monitors bei Rutronik, berichtet, welche Anpassungen besonders beliebt sind und wann diese Sinn machen.

Je nach Einsatzort muss ein Display spezifische Anforderungen erfüllen. Doch darüber hinaus werden Design, einfache Bedienbarkeit und Exklusivität immer wichtiger - wie es Nutzer vom Smartphone und Tablet-PC gewohnt sind. Zu den häufigsten Individualisierungen von Displays für Industrieanwendungen gehören

  • Integration von Touch
  • ein längeres Flexfoil zur Anbindung
  • ein helleres Display
  • ein spezifisches Interface
  • Ablesbarkeit des Displays auch unter Sonneneinstrahlung
  • ein weiter Blickwinkel oder sogar eine blickwinkelunabhängige Betrachtung

Zusammen mit verschiedenen Display Größen, Formen, Materialien oder Hinterdruckungen des Coverglases, z.B. mit dem Logo des Kunden, entstehen Displays, die perfekt zur Applikation und der Corporate Identity des Kunden passen.

Oben auf der Wunschliste: PCAP Touch

Die Integration eines PCAP (Projected CAPacitive) Touch in das Display steht bei den meisten Kunden auf der Wunschliste. Bei der PCAP Touch Technologie befindet sich der Touch Sensor unter einer Glas- oder Kunststoffoberfläche, die er vollständig durchdringt. Das bietet drei Vorteile:

  1. Zusätzlichen Schutz für die Applikation, z.B. vor Vandalismus, weil gehärtetes Glas verwendet werden kann.
  2. Die Integration des Displays in das Gehäuse ohne Schmutzkanten. So lässt sich das Gerät auch mit aggressiven Desinfektions- und Reinigungsmitteln säubern, ohne dass das Display oder die gesamte Applikation beschädigt wird.
  3. Dadurch sind smartere Designs möglich.

Für eine optimale Ablesbarkeit von TFT Displays auch bei starker Sonneneinstrahlung oder heller Beleuchtung sorgt eine zusätzliche Anti-Glare Beschichtung. Diese mattierende Oberflächenbehandlung wird direkt auf die Glasoberfläche appliziert und verleiht dem Display einen Blendschutz.

Optical Bonding

Das Coverglas eines PCAP Touch Displays wird per Optical Bonding oder Laminationsprozess mit dem Touch Sensor verbunden. Optical Bonding bezeichnet das vollflächige Verkleben zweier Komponenten. So lassen sich nicht nur Coverglas und Touch miteinander verbinden, sondern auch der Touch Sensor und das TFT Panel - mit optischen und mechanischen Vorteilen:

  • Das Display ist auch bei Sonnenlicht gut ablesbar, weil es praktisch keine Lichtbrechungen an den Übergängen der verschiedenen Materialien gibt.
  • Das komplette Modul ist deutlich robuster, weil das Display durch das vollflächige Verkleben einem Verbundglas ähnelt.
  • Es gibt keinen Luftspalt zwischen Touch Sensor und Coverglas, wie es passieren kann, wenn Touch und Display nur am Rand verklebt sind. So können durch Optical Bonding weder Staub oder andere Partikel noch Kondenswasser das Touch Display schädigen.

Beim Optical Bonding ist jedoch Fachwissen gefragt: Um die optischen Merkmale des Displays hinsichtlich Helligkeit und Kontrast nicht zu beeinflussen, muss der Kleber hochtransparent sein und darf sich durch UV-Strahlung nicht verfärben. Beim Verkleben dürfen keine Luft- oder Materialeinschlüsse entstehen und die Verklebung muss mechanische Einflüsse ausgleichen, die z. B. durch verschiedene Ausdehnungskoeffizienten bei Temperaturschwankungen sowie Schock und Vibration entstehen. Das macht Optical Bonding nach wie vor kostenintensiv.

Individuelles oder Standard Display?

Eine individuelle Anpassung des Displays ist nicht für jede Applikation, jedes Projekt oder jedes Unternehmen die beste Entscheidung. Standard Displays bieten in manchen Fällen ein besseres Kosten/Nutzen-Verhältnis. Das hängt u. a. von der Größe des Projektes ab. Nicht für jedes Nischenprodukt lohnt sich eine Anpassung mit entstehenden Toolingkosten, Freigabe- und Sampling-Prozessen - wohl aber bei sehr spezifischen Anwendungen und solchen, die ein ideal abgestimmtes und nicht alltägliches Display erfordern. Auch wenn Multi-Touch, Gestensteuerung, intuitive Bedienbarkeit und spezielles Coverglas-Design gefragt sind, führt kein Weg an individualisierten Displays vorbei. Beratung und Unterstützung erhalten Entwickler in jeder Projektphase von Rutronik - vom Projektstart über das Tooling und die Freigabemuster bis hin zur Serienproduktion.

Komponenten gibt es auf https://www.rutronik24.de/.