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Hard Rock Hallelujah!

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Die finnische Hauptstadt Helsinki ist die nördlichste Kapitale der Europäischen Union, mit rund 635.000 Einwohnern gleichzeitig die bevölkerungsreichste Stadt des Landes - sowie die drittgrößte Stadt der nordischen Länder hinter Stockholm und Oslo. 70 Prozent aller ausländischen Unternehmen in Finnland haben ihren Sitz in Helsinki. Außerdem gilt die Stadt als Welthauptstadt des Heavy Metal und wird von Metal-Fans auch als „Hellsinki“ bezeichnet.

Logisch also, dass nach dem Sieg von Lordi mit „Hard Rock Hallelujah“ beim Eurovision Song Contest 2006 das ESC-Finale 2007 in Helsinki ausgetragen wurde. Zum Leidwesen aller Metalheads gewann in „Hellsinki“ mit „Molitva“ eine (ziemlich öde, Anm. des Metal-hörenden Autors) Ballade.

Gegründet wurde Helsinki am 12. Juni 1550 auf Befehl des schwedischen Königs Gustav I. Wasa, um einen Konkurrenzhafen zur Hansestadt Tallinn auf der anderen Seite des Finnischen Meerbusens zu schaffen. Elf Jahre später eroberten die Schweden allerdings im Livländischen Krieg Talinn, was Helsinkis Entwicklung schwächte. Daher und aufgrund der ungünstigen Lage des Hafens am Ende einer flachen und klippenreichen Bucht wurde die Stadt 1640 rund fünf Kilometer näher an das offene Meer an die Stelle des heutigen Stadtzentrums verlagert, die alte Stadt wurde aufgegeben. Mehrere Kriege zwischen Schweden und Russland sorgten dafür, dass Helsinki zweimal fast völlig zerstört wurde.

Unter russischer Herrschaft wurde Helsinki per Dekret 1812 zur neuen Hauptstadt bestimmt und trat an die Stelle des damals bevölkerungsreicheren Turku. Es entstanden repräsentative Gebäude im Stile der finnischen Nationalromantik, darunter der Hauptbahnhof Helsinki und das finnische Nationalmuseum. Um die Jahrhundertwende überstieg die Einwohnerzahl 100.000 Menschen. Nach der Unabhängigkeit 1917 blieb Helsinki Hauptstadt und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Städte der nordischen Länder. Eine Folge der Fremdherrschaft war die Sprachenvielfalt: 1900 sprachen nur 50 Prozent der Bürger Finnisch, aber 42 Prozent Schwedisch und fünf Prozent Russisch als Muttersprache. Heute, etwas mehr als 100 Jahre nach der Unabhängigkeit, sprechen 81,9 Prozent Finnisch und nur noch 5,9 Prozent Schwedisch - letzteres ist allerdings als Minderheitssprache anerkannt, so dass sämtliche Straßen der Hauptstadt einen finnischen und einen schwedischen Straßennamen haben.

Helsinki ist überdies nicht nur die nördlichste europäische Hauptstadt, sondern auch die kälteste Kapitale der Welt: Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 0°C, an 51 Tagen im Jahr hat man keinen Blick auf die Sonne - zum Ausgleich regnet es aber auch an rund 120 Tagen im Jahr. Man ist also versucht anzunehmen, dass die finnische Hauptstadt fast ständig unter einer mal mehr, mal weniger dichten Schneedecke liegt. Nicht so die berühmte Einkaufsmeile Aleksanterinkatu. Im Winter liegt hier überhaupt kein Schnee, denn die Stadtverwaltung lässt die Granitplatten der Gehsteige von unten mit Fernwärme beheizen, so dass Schnee und Eis direkt schmelzen.

Trotzdem ist es nicht unbedingt das Wetter, das Helsinki zu einer der schönsten Städte Europas macht. Die 300 Inseln, die über Brücken miteinander verbunden sind, taugen da schon eher zur Touristenattraktion, insbesondere für diejenigen, die gerne Boot fahren. Für sie gibt es mehr als 11.000 Parkplätze für Boote. Apropos Wasser: Das Leitungswasser der Stadt kommt direkt aus Bergquellen und wird über den Päijännetunneli, den längsten Wassertunnel der Welt, nach Helsinki transportiert. Die Qualität ist so hoch, dass das Wasser sogar exportiert wird, unter anderem nach Saudi-Arabien.

Kulturell gilt Helsinki als Hochburg des Klassizismus, zudem wird das Stadtbild durch die Jugendstil-Architektur des frühen 20. Jahrhunderts geprägt. Nach der Ernennung zur Hauptstadt 1812 wurde der Architekt Carl Ludwig Engel damit beauftragt, ein repräsentatives Stadtzentrum nach dem Vorbild von Sankt Petersburg zu planen. Rund um den zentralen Senatsplatz liegt daher ein klassizistisches Ensemble mit dem Dom, dem alten Senatsgebäude und dem Hauptgebäude der Universität - der Architekturstil brachte Helsinki den Beinamen "Weiße Stadt des Nordens" ein.

Auch außerhalb von Klassizismus, Heavy Metal und Inseln gibt es in Helsinki einiges zu sehen und zu erleben.

Konsta Partanen, Field Sales Engineer in unserem Rutronik24-Team in Helsinki, hat für Sie eine kleine Liste zusammengestellt - Danke, Konsta!

Restaurant: Sea Horse (http://www.seahorse.fi/)
Das Sea Horse, 1934 gegründet, ist eins der kulinarischen Schwergewichte Helsinkis und nicht nur für seine Fischspezialitäten - beispielsweise Steak von baltischen Heringen mit Blauschimmelkäse und roter Zwiebelfüllung mit Kartoffelpüree und Roter Beete - berühmt, sondern auch für sein nostalgisches Ambiente und die soziale Gleichheit, die das Restaurant aktiv pflegt. Ach ja: Fotografieren ist im Sea Horse verboten!

Restaurant: Bronda (www.ravintolabronda.fi)
Das Bronda bietet eine Mixtur aus spanischer, italienischer und französischer Küche sowie Spezialitäten aus aller Welt. Eine Besonderheit ist das Verkostungsmenü, das sich von Zeit zu Zeit ändert und zu dem sorgfältig ausgewählte Weine gereicht werden. Beim Verkostungsmenü ist es ausdrücklich erwünscht, die Speisen mit seinem Gegenüber zu teilen. Das Bronda befindet sich in der Nähe des geschäftigen Treibens des Esplanade-Parks und liegt in der oberen Preisklasse.

Restaurant: Lappi (https://lappires.com/fi/etusivu/)
Dieses Restaurant ist etwas für Lappen: Neben der "Rentierträne" als Aperitif - finnischem Wodka mit Preiselbeeren - bietet die Küche eine Wildauswahl von Elchbraten über Rentierwurst und geschmortes Rentier mit Wintergemüse und Kartoffelfondant in cremiger Wildsauce. Typisch finnische Küche mit frischen Zutaten und bei Touristen auch wegen seines einer lappländischen Hütte nachempfundenen Ambientes sehr beliebt.

Bar: Löyly (www.loylyhelsinki.fi/fi/etusivu/)
Eine Bar mit angeschlossener Sauna - oder umgekehrt. Direkt am Meer gelegen können Gäste sich nach dem Saunieren direkt im eiskalten Wasser abkühlen oder im Barbereich auf einer von drei Terrassen die beeindruckende Landschaft genießen. Die Atmosphäre im Löyly ist - wie in einer Sauna üblich - sehr entspannt und eher ruhig. Neben Getränken gibt es auch ein besonderes Gericht: Jaspers Lachssuppe nach einem eigens vom Inhaber kreierten Rezept.

Bar: Spårakoff (http://www.virginoil.fi/suomeksi/sparakoff.html)
Eine Bar mit ungewöhnlichem Konzept, denn das Spårakoff ist ein Pub auf Schienen. Der Name setzt sich aus dem schwedischen Wort für Tram - spårvagn - und der finnischen Biersorte Koff zusammen. Die Tram fährt wie normale Straßenbahnen durch Helsinki und bietet mehrere Haltepunkte in der Innenstadt - eine perfekte Möglichkeit, die Stadt zu sehen und gleichzeitig finnische Bierspezialitäten zu genießen.

Hotel: Clarion Hotel Helsinki (www.nordicchoicehotels.fi/hotellit/suomi/helsinki/clarion-hotel-helsinki/)
Ein Vier-Sterne-Hotel in Jätkäsaari, einem der am schnellsten wachsenden Bezirke von Helsinki in der Nähe des Stadtzentrums und gut erreichbar via Tram (6T, 7 oder 9) und U-Bahn (Station: Ruoholahti). Das Hotel verfügt über einen Pool auf dem Dach und eine Sky Bar, was einen spektakulären Blick über die Dächer von Helsinki ermöglicht!

Hotspot: Kaivopuisto
Kaivopuisto ist ein großer Park im Herzen von Helsinki, der direkt am Meer liegt. Am Ufer des Parks gibt es Restaurants und Bars, in denen Sie die Sommertage mit Freunden oder der Familie genießen können und auch Bungee-Jumping wird angeboten. Menschen besuchen den Park zum Sonnenbaden, um einfach nur abzuhängen oder ein Picknick zu machen. Auf dem höchsten Punkt des Parks gibt es eine Sternwarte. Am beliebtesten ist der Kaivopuisto am Vappu-Tag (1. Mai), unmittelbar nach den Walpurgisnachtsfeiern im Stadtzentrum. An Vappu ist Kaivopuisto vollgepackt mit Zehntausenden von Menschen aus Helsinki. Phantasievolle Kostüme, laute Musik und übermäßiger Konsum von alkoholischen Getränken sind die Regel beim Vappu-Picknick.

Hotspot: Kauppatori
Kauppatori ist der Marktplatz vor dem Präsidentenpalast. Es gibt das ganze Jahr über verschiedene Marktstände und verschiedene Veranstaltungen finden dort statt. Von Kauppatori aus können Sie mit der Fähre nach Suomenlinna, einer historischen Festung vor Helsinki, oder nach Korkeasaari, einem Zoo auf einer Insel fahren. Oder Sie nehmen einfach eine Fähre , die um die Küste Helsinkis herumfährt und genießen auf dem Oberdeck bei kühlen Getränken den Sommer. In der Nähe gibt es viele Restaurants und eine Freibadbar mit Restaurant namens Allas Sea Pool.