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Stadt der Pioniere

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Der Norden Englands gilt als rau und schmutzig. Denkt man an die großen Industriestädte, hat man sofort das Bild der Arbeiterwohnungen aus rotem Backstein vor Augen – Zeugnis der einstigen Bedeutung während der industriellen Revolution und der Nachkriegszeit, als Nordengland die wirtschaftliche Herzkammer des Empire war.

Seither ist viel geschehen, die Städte haben sich neu erfunden, wachsen kräftig und ziehen jede Menge Touristen an. Eine davon ist Manchester - einst stolze Hochburg der Textilindustrie, Bastion der Labour Party und Heimat des Vereins, der Oliver Kahn heute noch schweißgebadet aufwachen lässt.

Die Ursprünge Manchesters lassen sich bis 79 nach Christus zurückverfolgen, als die Römer am Zusammenfluss von Irwell und Medlock ein Kastell errichteten. An gleicher Stelle gründeten die Angelsachsen im 7. Jahrhundert ein Dorf namens Mameceaster - das heutige Manchester. Das kleine Dorf entwickelte sich über die Jahrhunderte zu einer Marktsiedlung und Einwohner aus Flandern begründeten im 14. Jahrhundert die Tradition der Wollverarbeitung und Leinenherstellung - die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs für die kommenden Jahrhunderte. Der Wohlstand sorgte dafür, dass ein reicher Spender 1653 Mittel bereitstellte, um die erste öffentliche Bibliothek des Vereinigten Königreichs zu eröffnen.

1642 stellte sich Manchester während des Bürgerkriegs zwischen König und Parlament auf die Seite der Parlamentarier und hielt - ohne über Stadtmauern zu verfügen - einer Belagerung der königlichen Armee stand. Die Rache folgte auf dem Fuße: Als die Royalisten sich 1660 durchgesetzt hatten, verlor die Stadt alle Sitze im Parlament, wo sie fast 200 Jahre nicht mehr vertreten war. Wirtschaftlich dagegen profitierte Manchester immens von der industriellen Revolution und wurde nach der Erfindung der Dampfmaschine, die die Baumwollspinnereien unabhängig vom Wasser machte, zum wichtigsten Industriezentrum der Welt.

Die Verknappung der Baumwolle in Folge des amerikanischen Bürgerkrieges führte zu einer schweren Krise der Textilindustrie. Um die Folgen und die Abhängigkeit von Liverpool zu mindern, wurden zahlreiche Kanäle gebaut - Manchester wurde trotz eines Abstands von 64 Kilometern zum Meer die drittgrößte Hafenstadt Großbritanniens. Die Wirtschaft zog wieder an und 1910 wurde mit dem Trafford Park die erste eigens zu diesem Zweck geschaffene Industriezone der Welt eröffnet. Die Weltwirtschaftskrise traf die Stadt jedoch hart, die Textilindustrie wurde fast bedeutungslos.

Doch wie Phönix aus der Asche erholte sich die Stadt auch von diesem Rückschlag: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Manchester eine der führenden Städte der Informatik: Unter Federführung von Alan Turing der erste moderne Computer "Baby". Doch nicht nur Turing, auch andere große Forscher lehrten und wirkten an der University of Manchester, darunter der Physiker Ernest Rutherford. Ihm gelang hier 1917 die erste Atomspaltung. Insgesamt kann sich die Universität der Stadt rühmen, über 20 Nobelpreisträger hervorgebracht zu haben.

Übrigens ist die University of Manchester auch die einzige der Welt, an der man einen Abschluss in Mumien-Studien machen kann: Dank der langen Tradition der Forschung an ägyptischen Mumien gibt es dort sogar eine Gewerbedatenbank. Auch wirtschaftlich ist Manchester, von wo aus die industrielle Revolution ihren Anfang nahm, reich an Geschichte: Zur Eröffnung 1830 war der Liverpool & Manchester Railway die weltweit erste explizit zu diesem Zweck gebaute Eisenbahnstrecke der Welt. Und 1904 trafen sich hier der Autoverkäufer Charles Rolls und Ingenieur Henry Royce im Midland-Hotel zum Mittagessen und legten den Grundstein für eine der legendärsten Autoschmieden der Welt: Rolls-Royce. Seit 1938 hat die britische Niederlassung der Kellogg Company ihren Sitz direkt gegenüber des "Theatre of Dreams", dem Stadion des englischen Rekordmeisters Manchester United.

Zudem erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Manchester Airport der zweitgrößte Flughafen des Landes nach London ist. Außerdem ist hier die am längsten laufende Soap-Opera der Welt zuhause: Coronation Street läuft ohne Unterbrechungen seit 9. Dezember 1960! Die Vegetarier unter Ihnen dürfte es interessieren, dass der Ursprung der Bewegung in Manchester liegt: Vor etwas mehr als 200 Jahren inspirierte die Predigt von Reverend William Cowherd (was, wie wir finden, ein sehr passender Name ist) in einer kleinen Kapelle in Salford die Gläubigen, sich künftig fleischlos zu ernähren - sie gründeten die Vegetarische Gesellschaft.

Manchester ist also bei weitem bunter, traditionsreicher und interessanter, als es seine Lage im Norden Englands vermuten lässt. Was es dort außer der Rutronik-Niederlassung noch zu sehen gibt, haben wir für Sie zusammengestellt:

Hotspot: Salford Quays- Media City
Schwimmen im offenen Wasser, das Lowry-Theater mit Kunstgalerie sowie Bars, Restaurants und die Möglichkeit zum Shopping: In der Media City kann man Stunden verbringen, ohne sich zu langweilen. Ach ja: Eine BBC-Studioführung ist ebenfalls möglich.

Hotspot: Rivington in Horwich
Wer sich statt Einkaufshektik und Remmidemmi Ruhe und Frieden wünscht, ist in Rivington/Horwich genau richtig. Ein wunderschöner Ort mit atemberaubender Landschaft wartet nur darauf, zu Fuß erkundet zu werden.

Restaurant: Sapporo Teppanyaki (www.sapporo.co.uk/)
Feinste japanische Küche im Norden Englands? Was auf den ersten Blick seltsam klingt, entpuppt sich als positive Überraschung. In angenehmer Atmosphäre bereiten die japanischen Meisterköche traditionelle japanische Speisen zu, darunter Sushi, Miso-Suppe und Teppanyaki.

Restaurant: Almost Famous (www.almostfamousburgers.com/index.html)
Nicht alles, was aus den USA kommt, ist schlecht - das akzeptieren auch die Briten und haben die amerikanische Liebe zu Burgern übernommen. Im "Almost Famous" gibt es Burger, wie es sie das Herz begehrt. Besonders zu empfehlen: "Guy Ritchie" und "Bacon Bacon Fries".

Restaurant: CakeAway (https://cakeawaymanchesteronline.co.uk/)
Waffeln, Cookies, Cheesecake, Milkshakes - wer ein Herz für Süßes hat, kommt an CakeAway nicht vorbei. Wie der Name schon sagt, werden die leckeren Nachtische direkt vor die Haus- oder Hoteltür geliefert. Bequemer geht's nicht!

Bar: Revolucion de Cuba (www.revoluciondecuba.com/bar/manchester)
Viva la Revolucion! Im Herzen von Manchester befindet sich das "Revolucion de Cuba" und bietet Cocktails, Tapas und Rum. Salsa-Tänzer und Sänger sorgen für die passende Atmosphäre - und wer hier den Passionsfrucht-Mojito nicht probiert, ist selbst schuld!

Bar: 20 Stories (https://20stories.co.uk)
Eine Cocktailbar und ein Restaurant auf dem Dach eines Gebäudes machen das 20 Stories zum perfekten Ort für ein Treffen mit Freunden, für das erste Date oder für eine lange, intensive Partynacht.

Hotel: Last Drop Village (www.lastdropvillage.co.uk/spa-wellness/)
Das Vier-Sterne-Hotel befindet sich am Rande des West-Pennine-Moors und ist per Taxi und Bus erreichbar. Das Last Drop Village verfügt über ein Spa, einen Thermalpool mit großartiger Aussicht im Außenbereich und ein Fitnessstudio.