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Glaube, Glocken und… Mikroelektronik?

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In Erfurt, der Landeshauptstadt Thüringens, liegen Glaube und Rationalität nah beieinander: Im Stadtgebiet gibt es mehr als 50 Kirchen, Martin Luther wurde während eines Gewitters hier zum Gläubigen und zu DDR-Zeiten war Erfurt das Zentrum der Mikroelektronik Ostdeutschlands. 742 wurde die Stadt an der Gera zum ersten Mal urkundlich durch den Missionsbischof Bonifatius erwähnt. Heute ist Erfurt mit rund 210.000 Einwohnern die größte Stadt Thüringens.

Trotz seiner Größe hat Erfurt mit seiner historischen Innenstadt eher Kleinstadtcharakter: Nahezu alle Sehenswürdigkeiten kann man in kürzester Zeit fußläufig erreichen. Dabei versetzt ein Rundgang durch die Innenstadt, durch enge Gassen und mit Blick auf die sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Gebäude und Fachwerkbauten den Besucher in die Mittelalterzeit zurück. Seinen Namen hat Erfurt von den Germanen, ihm liegt das Wort "erpisa" in der Bedeutung "dunkelfarbig, bräunlich, schwarz" zu Grunde.

Die Zusammensetzung mit dem altnordischen Wort "ford/furt" und die Tatsache, dass die dort fließende Gera den Abschnittsnamen "erpisa" trug, führte also zum Namen Erfurt - der "Ort an der Furt durch die (dunklen) Erpisa" Die Gera spaltet sich in Erfurt mehrere Wasserläufe und besaß zahlreiche Furten zur Überquerung, die später durch Brücken und Stege überquert wurde. 245 Brücken, davon über 100 allein im Innenstadtbereich, ziehen sich durch die Stadt. Daher nennen die Bürger Erfurts das Viertel zwischen Schlösserbrücke mit der Neuen Mühle rund um die Krämerbrücke bis hin zum Augustinerkloster liebevoll "Klein Venedig".

Wirtschaftlich gesehen lebte Erfurt hauptsächlich von unterschiedlichstem Handwerk, seinen vielen Märkten und ansässigen Kaufleuten. Durch die günstige geografische Lage an der Via Regia gewann die Stadt vom 14. bis zum 16. Jahrhundert schnell an Bedeutung für den Handel. Die wachsende Bedeutung zeigte sich auch daran, dass Erfurt als dritte deutsche Stadt 1392 eine Universität eröffnete. Das Gründungsprivileg geht sogar auf 1379 mit, was sie zur ältesten Hochschule Deutschlands macht - noch vor der Universität Heidelberg (1386). Einer der bekanntesten Absolventen der Uni Erfurt war niemand geringeres als Martin Luther, der von 1501 bis 1511 dort lebte und bis 1505 studierte. Der Sage nach soll er bei einem Gewitter in Erfurt-Stotternheim Anfang Juli 1505 eine solche Todesangst gehabt haben, dass er schwor, Mönch zu werden. Der Ausgang seines Vorhabens ist bekannt.

Entsprechend der religiösen Bedeutung der Stadt im Mittelalter und der frühen Neuzeit hat Erfurt über 56 Kirchen, davon sich allein 42 in der Innenstadt. Eine Tafel auf dem Plateau der Zitadelle Petersberg weist all diese Kirchen mit Namen und Lage aus. Die "Gloriosa", die Glocke im Mittelturm des Erfurter Domes ist mit 2,62 Metern Höhe, einem Durchmesser von 2,56 Metern und einem Gewicht von 11,45 Tonnen die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt und zählt zu den klangschönsten Glocken der Welt. Sie wird nur zu besonderen Anlässen und an hohen kirchlichen Feiertagen geläutet. Ein Erfurter Spruch besagt: "Wenn die 'Gloriosa' spricht, haben alle anderen Glocken zu schweigen." Deshalb fallen alle anderen Glocken, wenn die 'Gloriosa' beginnt, erst später in ihr Geläut ein.

Generell hat Erfurt kulturell viel zu bieten: In der Stadt gibt es zahlreiche Kulturangebote, von Museen und Ausstellungen über Kabarett, Varieté und Puppenspiel bis hin zu Theater-Aufführungen, Opern, Konzerten jeglicher Art und Filmveranstaltungen für jedes Alter und jeden Geschmack genügend Möglichkeiten zur Zerstreuung. Einige der historischen Gebäude sind sogar extra für solche Zwecke ausgebaut worden. Jährlich im Sommer finden außerdem die "Domstufenfestspiele" mit bekannten Opern - wie in diesem Jahr "Carmen" - statt.

Doch nicht nur Tradition, sondern auch Zukunft hat in Erfurt ihren Platz: Die Stadt war vor der Wende das Zentrum der Mikroelektronik in der DDR. Bereits seit Ende der 1970er Jahre werden hier Halbleiter gefertigt. Der VEB (Volkseigener Betrieb) Mikroelektronik "Karl Marx" Erfurt fertigte in ESO I und II (=Erfurt Süd Ost, Werk 1 und 2), Nachfolger sind heute die "XFAB" und der Hersteller Melexis, der im Rutronik24-Portfolio vertreten ist.

Gründe, Erfurt zu besuchen, gibt es also genug. Doch was gibt es dort - neben dem Rutronik-Büro - noch zu sehen? Wir hätten da ein paar Tipps für Sie.

 

Hotspot: EGA (http://www.egapark-erfurt.de/)
Die EGA (Erfurter Gartenausstellung) auf einem Territorium von 36 Hektar Grundfläche liegt 45 Meter höher als die Altstadt und bietet riesige Blumenbeete, fünf temperierte Ausstellungshallen, einen 600 Quadratmeter großen Kinderspielplatz, eine Sternwarte, ein Museum und einen Kinderbauernhof mit Tieren.

Hotspot: KIKA / Messe
Auf dem Gelände daneben, in der Erich- Kästner-Str. befindet sich der TV-Sender KIKA. Die bekannten Figuren, darunter Bernd das Brot, die Maus und Käpt'n Blaubär findet man nahezu an jedem bekannten Platz in der Stadt. In der Nachbarschaft befindet sich die Erfurter Messe, in deren Hallen nicht nur verschiedene Messen, sondern auch Rockkonzerte mit namhaften Bands stattfinden.

Restaurant: Augustiner an der Krämerbrücke (www.augustiner-erfurt.de)
Hier befindet man sich im Zentrum der Sehenswürdigkeiten und hat sowohl drinnen als draußen im Biergarten oder auf den Balkonen zur Gera hin einen wunderschönen Blick auf die Krämerbrücke beziehungsweise "Klein Venedig". Das Speisen- und Getränkeangebot ist eine Mischung aus bayrischen und thüringischen Spezialitäten. Besonderheit: Ein eigener Weihnachtsmarkt, bei dem es Obstglühweine gibt.

Restaurant: Glashütte Petersberg - Restaurant, Cafe , Bar (www.glashuette-restaurant.de)
Hier kann man nicht nur für sein leibliches Wohl sorgen. Im schönen Ambiente, ob drinnen durch die riesigen Glasfronten oder draußen auf der Terrasse hat man einen atemberaubenden Blick über die Dächer von Erfurt, seitlich auf Dom und Severikirche, den Domplatz und die angrenzenden Fachwerkhäuser. Die Glashütte bietet von vegetarischen Gerichten über Fisch bis Steak traditionelle, hochwertige Gerichte.

Restaurant: Zum Goldenen Schwan (www.zum-goldenen-schwan.de)
Das Restaurant in der Michaelisstraße 8 (Andreasviertel) ist bekannt für seine Thüringer Küche und die selbstgebrauten Biere aus der Felsenkellerei Weimar. Der dazugehörige Biergarten grenzt an den "Kulturhof zum Güldenen Krönbacken". Im Haus werden verschiedene Ausstellungen gezeigt, der Innenhof wird unter anderem für Freilichtfilmveranstaltungen und für kleinere Open-Air-Konzerte genutzt.

Bar: Hemingway Bar & Lounge (http://www.hemingway-erfurt.de/Home.html)
In der Michaelisstr. 45 (Andreasviertel) schräg gegenüber vom "Goldenen Schwan" befindet sich mit der Hemingway Bar & Lounge eine Cocktailbar, die ab 18 Uhr geöffnet ist und mehr als zehn Gin- und 200 Rumsorten für Cocktails bereithält. Im Sommer kann man die Getränke auch im Freien genießen.

Bar: Daheym (http://www.daheym-erfurt.de/)
Mitten im Andreasviertel befindet sich mit dem Dayhem ein Treffpunkt für Nachtschwärmer. Die Bar bietet nichts ausgefallenes, dafür aber grundsoldies Ambiente ohne Schnickschnack sowie Bier und Drinks zu vernünftigen Preisen. Im Sommer kann man das Flair der Altstadt direkt in sich aufsaugen, denn die Sitzgelegenheiten befinden sich auf der Straße.

Hotel: Wilna (https://www.hotel-wilna.de)
Das familiengeführte Drei-Sterne-Hotel befindet sich zwischen Innenstadt und Grünflächen und bietet neben einer guten Anbindung an den ÖPNV auch eine gemütliche Bar für den abendlichen Absacker.