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Die kupferne Stadt

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Im Herzen der Slowakei, ziemlich genau zwischen der Hauptstadt Bratislava und der zweitgrößten Stadt des Landes, Kosice, liegt Banská Bystrica. Mit rund 80.000 Einwohnern fünftgrößte Stadt der Slowakei, blickt sie auf eine lange Geschichte zurück, die schon zur Siedlungszeit der Kelten begann. Und gewissermaßen von Anfang an wurde dort das betrieben, was der Stadt im Mittelalter großen Reichtum bescheren sollte: Bergbau.

In Banská Bystrica lebten seit dem Mittelalter zwei Bevölkerungsgruppen zusammen: Einerseits die Slawen, die die Siedlung gründeten, andererseits deutsche Siedler, die Mitte des 13. Jahrhunderts in die Stadt kamen. Letztere sorgten auch dafür, dass die Stadt sich von einer landwirtschaftlichen Siedlung zu einem der wichtigsten Bergbauzentren der Region entwickelte. 1255 erteilte der ungarische König Banská Bystrica das Stadtrecht sowie das Recht, Gold, Silber und andere Metalle abzubauen.

Eines dieser „anderen Metalle“ war Kupfer, durch das die Stadt zu ihrem Beinamen kam: Neben dem „goldenen“ Kremnica und dem „silbernen“ Banská Stiavnica entwickelte sich das „kupferne“ Banská Bystrica zu einer der drei reichsten Bergbaustädte der Mittelslowakei. Nach einer Bergbaukrise im 15. Jahrhundert konnten der slowakische Unternehmer Johann Thurzo und Jakob Fugger mit der Gründung der Saigerhandelsgesellschaft 1495 – die binnen kürzester Zeit zum größten europäischen Handelsunternehmen ihrer Zeit avancierte – den Wohlstand zurückgeben. Sinkende Erträge der Minen sorgten jedoch dafür, dass sich die Fugger im Jahr 1546 zurückzogen und die Pacht der Bergwerke nicht verlängerten.

Danach erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Niedergang, behielt aber ihre Bedeutung für die Slowakei: Im 17. Jahrhundert wurde sie eines der Zentren von Aufständen gegen die herrschenden Habsburger, was zur Folge hatte, dass die Truppen der Donaumonarchie 1605 die ganze Stadt niederbrannten. Davon offensichtlich unbeeindruckt, wählten die Aufständischen 1620 in Banská Bystrica Gabriel Bethlen zum König von Ungarn. Ein weiterer Brand 1761 veränderte das Stadtbild erheblich, das heutige, barocke Aussehen war die Folge dieser Brände.
Nach der Schließung der letzten Bergbauminen 1788 richtete sich die Stadt neu aus, Holz- und Textilverarbeitung bildeten danach das wirtschaftliche Rückgrat von Banská Bystrica. Die Eröffnung der Eisenbahnlinien von und nach Zvolen und Brezno Ende des 19. Jahrhunderts steigerte die Bedeutung der Stadt weiter, nach dem Ersten Weltkrieg und der Gründung der Tschechoslowakei stieg jedoch die Arbeitslosigkeit spürbar. Die große Bedeutung von Banská Bystrica zeigte sich auch, als die Stadt im August 1944 zum Zentrum des slowakischen Nationalaufstandes wurde. Heute erinnert der „Platz des Slowakischen Nationalaufstandes“ an den Kampf gegen die deutschen Besatzer.

Um diesen Platz konzentrieren sich auch die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt – die allerdings schon lange vorher existierten. Eine davon ist der „schiefe Turm von Banská Bystrica“: Der 1552 im Renaissancestil erbaute Uhrturm verfügt über eine gegenüber der Vertikalen um 40 Zentimeter geneigte Spitze und kann bestiegen werden, was einen unvergleichlichen Ausblick über die Stadt bietet. Problemlos auch von unten zu erkennen ist die Pestsäule, die im 18. Jahrhundert nach einer Pestepidemie auf dem Platz errichtet wurde. Ebenfalls bemerkenswert ist die Kapitelkirche des Heiligen Franz Xaver, die eine Kopie der Kirche Il Gesù in Rom darstellt und seit 1776 gleichzeitig die Kathedrale des Bistums Banská Bystica ist. Hinzu kommen weitere Denkmäler, wie die Mariensäule, ein Springbrunnen im Jugendstil aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts und ein schwarzer Obelisk, der zu Ehren der gefallenen sowjetischen Soldaten errichtet wurde.

Neben der reichen Historie der Stadt gibt es vier Theater, zahlreiche Museen und – besonders für jüngere Reisende interessant – mit dem „Aqualand“ einen Wakeboarding-Park mit einem zehn Meter hohen Wasserskilift. Die Strecke ist insgesamt 200 Meter lang und ermöglicht damit jede Menge Tricks. Darüber hinaus verfügt das Aqualand über sechs Pools, darunter ein 50-Meter-Becken nach olympischen Standards. Liebhaber elektronischer Musik dagegen dürften sich im „Ministry of Fun“ zuhause fühlen: Der Club liegt in einem Einkaufszentrum und verfügt über mehrere Etagen und Tanzflächen.

Was es sonst noch in der kupfernen Stadt zu sehen gibt, haben wir für Sie gewohnt liebevoll zusammengetragen:

Restaurant: Restauracia u Richtara Link
Fleischliebhaber kommen im „U Richtara“ auf ihre Kosten: Das „Bürgermeistersteak“ – wahlweise als Lendensteak mit Gänseleberpastete und Wachteleiern oder als Filet mit Pilz-Stew und Eierknödeln. Eine weitere Spezialität des Hauses sind Kartoffelknödel mit Schafskäse und Speck oder Wurst. Im Keller gibt es außerdem eine breite Auswahl an Rum und Zigarren.

Restaurant: Hotel Kaskady Link
Typisch slowakische und internationale Küche in friedlicher Koexistenz: Das ist der Markenkern des Restaurants im Hotel Kaskady. Neben den Speisen à la Carte bietet besonders das Abendbuffet eine reichhaltige Auswahl an Spezialitäten aus aller Welt, im Sommer komplettieren Gerichte vom Grill das Angebot.

Restaurant: Angels Restaurant Link
Wo die Engel speisen: Im „Angels Restaurant“ gibt es überirdisch gute Gerichte, zubereitet von irdischen Meistern ihres Fachs. Von Schweinefilet à la Wellington über Hirschrücken bis zu Risotto und Rinderfilets ist für jeden Geschmack etwas dabei. Für Liebhaber geistiger Getränke gibt es eine breite Auswahl an Cognacs, die das kulinarische Erlebnis perfekt abrunden.

Bar: Leroy Bar & Café Link
Im Stadtzentrum von Banská Bystrica liegt das „Leroy Bar & Café“: Hier genießen Gäste neben ausgesuchten Kaffeespezialitäten, die auf verschiedene Arten aufgebrüht werden, auch eine Auswahl an lokalen Bieren und Spirituosen. Das gemütliche Ambiente lädt dazu ein, zu verweilen und aus den Sofas heraus das städtische Treiben zu beobachten.

Bar: Bystricka Klubovna Link
Ebenfalls im Stadtzentrum befindet sich das „Bystricka Klubovna“: Auf 290 Quadratmetern und mit einem Interieur, das der Stadtgeschichte Rechnung trägt, können Gäste zwischen 15 verschiedenen Biersorten sowie einer Auswahl von Grillspezialitäten wählen. Außerdem bietet das „Bystricka Klubovna“ Auftritte verschiedener Bands und andere Events.

Hotel: Hotel Kaskady Link
Nicht nur das bereits angesprochene Restaurant spricht für das Vier-Sterne-Hotel Kaskady, sondern auch seine Lage am Stadtrand, wodurch es bequem mit dem Auto zu erreichen ist. Mit eigener Thermalquelle und ausgedehntem Wellnessbereich sowie zahlreichen Tagungsräumen bietet das Kaskady Touristen und Geschäftsreisenden alles, was das Herz begehrt.

Hotspot: Stadtburg Banská Bystrica
Die Stadtburg entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte: Zunächst wurde im 13. Jahrhundert die Pfarrkirche gebaut, um die herum im 15. Jahrhundert eine Befestigung mit Erdwällen und Palisaden entstand. Aufgrund der Bedrohung durch die Türken im 16. Jahrhundert wurde sie erweitert und verstärkt.

Hotspot: Platz des Slowakischen Nationalaufstandes
Wie bereits erwähnt, befinden sich um den Platz herum zahlreiche Denkmäler und architektonisch eindrucksvolle Gebäude, darunter das Thurzo-Haus, in dem sich heute ein Museum befindet. Hinzu kommt eine breite Fußgängerzone, die zum Flanieren einlädt.

Banská Bystrica
Banska Bystrica