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Die goldene Stadt

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So reich und vielfältig ihre Geschichte, so zahlreich sind die Namen, die die tschechische Hauptstadt Prag trägt: „Goldene Stadt“ – wahlweise wegen der Sandsteintürme, die bei Sonneneinstrahlung in Goldtönen schimmern, wegen der Maßnahme Kaiser Karls IV., die Türme der Prager Burg zu vergolden – oder weil die Stadt zur Zeit Rudolfs II. im 17. Jahrhundert Anziehungspunkt für Alchemisten und ihre Versuche war, aus unreinen Materialien Gold zu gewinnen. „Stadt der hundert Türme“ aufgrund der zahlreichen Türme im historischen Stadtbild – oder „Steinernes Prag“ nach dem Kaufmann Ibrahim ibn Yaqub.

Prags Geschichte ist randvoll mit bedeutenden Ereignissen über die Stadt hinaus und für ganz Europa: Mit der Karls-Universität wurde hier 1348 die erste Universität in Mitteleuropa gegründet, der zweite Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 löste den Dreißigjährigen Krieg aus, der weite Teile Mitteleuropas und speziell des Heiligen Römischen Reiches verheerte. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete sich die Tschechoslowakei, Prag wurde ihre Hauptstadt.

1968 versuchte die tschechoslowakische Kommunistische Partei, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" einzuführen - der "Prager Frühling" wurde wenig später von den Truppen des Warschauer Paktes niedergewalzt. Um den Vormarsch der nicht ortskundigen sowjetischen Soldaten zu verlangsamen, verdrehten die Bürger Prags Ortsschilder oder montierten sie gleich ganz ab, so dass sich die Besatzer verirrten.

Und in der Deutschen Botschaft in Prag sprach der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) die Worte: "Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland möglich geworden ist" - ein Meilenstein auf dem Weg zur Wiedervereinigung mit einer auf lange Sicht erstaunlichen Konsequenz: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde mit dem Restaurant Allegro im Hotel Four Seasons 2008 das erste Restaurant auf dem Gebiet des ehemaligen Ostblocks mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Wie eingangs erwähnt, ist Prag jedoch nicht nur reich an Geschichte, sondern auch an Kultur und beeindruckenden Bauwerken: Die Prager Burg, im 9. Jahrhundert gegründet und seither mehrfach umgebaut, ist mit einer Fläche von rund 18 Hektar (180.000 Quadratmeter) das größte geschlossene Burgareal der Welt. 1,8 Millionen Touristen besuchen jährlich die Burganlage, in der auch der zweite Prager Fenstersturz stattfand.

Ebenfalls weltbekannt ist die Karlsbrücke - die über ein Geheimnis verfügt: König Karl IV. legte den Grundstein am 9. Juli um genau 5.31 Uhr. Der von Astrologie und Numerologie begeisterte König wählte den Zeitpunkt aufgrund der auf- und wieder absteigenden Zahlenfolge 1-3-5-7-9-7-5-3-1 (Jahr, Tag, Monat, Zeit) aus. Und wo wir gerade bei Zahlen sind: Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Prager Rathausuhr, die 1410 gebaut und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert wurde. Die Figuren, die jede Stunde um die Uhr herumwandern, wurden erst im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Im südkoreanischen Seoul steht übrigens eine exakte Nachbildung der Rathausuhr.

Ebenfalls weltbekannt ist Tschechien für sein Bier: Pilsener ist eine der meistkonsumierten Biersorten überhaupt - und die Prager liegen mit 155 Litern Bier pro Kopf im Jahr an der Weltspitze des Bierkonsums. Geradezu selbstverständlich in einer Stadt, deren Einwohner Bier so sehr lieben: Es gibt ein Bier-Spa, in dem man in kühlem Blonden baden kann - und natürlich unbegrenzt davon trinken kann (aus einem gesonderten Fass, versteht sich!). Zu einem kühlen Bier braucht man aber natürlich im besten Fall auch etwas zu essen: Eisbein - also Schweineknie - ist eine Prager Spezialität. Was bizarr klingt, schmeckt tatsächlich hervorragend. Und wer sich darüber als Deutscher wundert, sollte an Helmut Kohl denken: In der Pfalz isst man ja schließlich auch Saumagen.

Zum Glück nicht auf dem Weg zum Rutronik-Büro in der Stadt: Die schmalste Straße Prags - sie ist nur 50 Zentimeter breit, verfügt aber über eigene Ampeln. Ist auch logisch, denn sich auf nur einem halben Meter aneinander vorbeizupressen wird bestenfalls eine sehr kuschlige Angelegenheit, im schlimmsten Fall steckt man fest. Was es darüber hinaus sonst noch in Prag zu sehen und zu erleben gibt, haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Restaurant: U Provaznice (www.uprovaznice.cz/en/)
In der Nähe der Metro-Station Mustek "A" und dem Wenzelsplatz befindet sich das U Provaznice, das traditionelle tschechische Küche, Bier und eine Auswahl an hausgemachter Limonade bietet. Die Atmosphäre ist rustikal, aber gemütlich und die Gerichte werden nach überlieferten Rezepten und ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker zubereitet.

Restaurant: U Magistra Kelly (www.umagistrakelly.cz/index-en.html)
Traditionelle tschechische Küche gibt es auch im U Magistra Kelly: Hier wird alles noch liebevoll selbst gemacht - egal, ob Würste räuchern oder Gurken hobeln. Zu den nach althergebrachten Rezepten serviert das U Magistra Kelly unfiltriertes Gambrinus-Bier, das Dunkelbier Kozel sowie eine Auswahl der besten lokalen Weine.

Restaurant: Svejk Restaurant U Karla (www.svejk-restaurant.cz/de/)
Die einzigartige Atmosphäre aus der Zeit der Monarchie Österreich-Ungarn in unmittelbarer Nachbarschaft der bekannten Brauerei "U Fleku": Das bietet das Svejk Restaurant U Karla. Die Speisekarte bietet eine breite Auswahl an kalten und warmen Gerichten ebenso wie - natürlich - eine breit gefächerte Auswahl an Bierspezialitäten.

Bar: Reduta Jazz Club (www.redutajazzclub.cz/en)
Der Reduta Jazz Club gehört zu den Top Ten der angesagtesten Jazz-Clubs in Europa und gilt als kulturelles Wahrzeichen der Stadt. Seit seiner Gründung 1957 ist er Heimat der tschechischen Jazz-Szene. In der Haupthalle finden Konzerte statt, in der Saxophone Bar haben Sie die Wahl zwischen hochwertigen Weinen, Cocktails und natürlich einer breiten Auswahl an Bieren.

Bar: SaSaZu (www.sasazu.com/en/best_asian_restaurant_prague)
Das SaSaZu ist eigentlich ein Restaurant der gehobenen Preisklasse - entsprechend kann man natürlich auch fürstlich dort dinieren. Der Clou ist allerdings die Live-Musik vom DJ oder die Möglichkeit, sich massieren zu lassen. Entsprechend ist ein Besuch im SaSaZu für alle Sinne eine absolut lohnenswerte Erfahrung.

Hotel: Don Giovanni Hotel Prague (don-giovanni.prague-hotels.org/de/)
Moderne Architektur und mediterranes Flair zu bezahlbaren Preisen bietet das Vier-Sterne-Hotel Don Giovanni. Das Hotel bietet ein türkisches Dampfbad, einen Hammam und eine Massage sowie Fitnesskurse und eine Turnhalle. Außerdem verfügen die Zimmer über einen Wasserkocher und eine Spülmaschine. Das Don Giovanni ist rund fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Hotspot: Altstädter Ring (prag.sehenswuerdigkeiten-online.de/sehenswuerdigkeiten/altstaedter-ring.html)
Beliebter Treffpunkt für Prag-Besucher ist der Altstädter Ring. Auf dem rund 9.000 Quadratmeter großen Platz findet man zahlreiche Cafés und Straßenkünstler. Liebhaber romanischer und gotischer Architektur können sich an den Gebäuden ebenso sattsehen wie Fans von Renaissance- und Barockhäusern. Außerdem befindet sich hier das Rathaus mit der berühmten astronomischen Uhr.

Hotspot: Nationalmuseum (www.nm.cz/en)
Das tschechische Nationalmuseum in Prag ist - wenig überraschend - das größte des Landes. Es besteht aus fünf spezialisierten Instituten: Dem Museum für Naturwissenschaften, dem historischen Museum, der Bibliothek des Nationalmuseums, das Naprstek-Museum für asiatische, afrikanische und amerikanische Kultur und dem Tschechische Musikmuseum.