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Touristen, Trabis und Theater

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Hipster-Hochburg, Heimat von Latte-Macchiato-Müttern und Deutschlands langwierigster Großbaustelle: Berlin polarisiert. Für die einen ist die Bundeshauptstadt Deutschlands Tor zur Welt, Party-Metropole, eine aufregende Großstadt voller Kunst, Kultur und Sportereignisse, für die anderen ein grauer Moloch, der Unsummen verschlingt, es nicht schafft einen Flughafen zu eröffnen, aber außer Grund zum Spott wenig zurückgibt.

Beide Seiten können sich dabei im Recht fühlen: Berlin hat mehr Museen (180, Stand 2016) als Regentage (106). Gleichzeitig ist Berlin die einzige Hauptstadt Europas, die das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ihres Landes senkt, statt es zu steigern. Zum Vergleich: Das Kölner Institute for Economic Research hat 2016 ausgerechnet, dass Großbritannien ohne London ein um elf Prozent niedrigeres, Frankreich ohne Paris ein um 15 Prozent niedrigeres BIP hätte. Deutschland hätte ohne Berlin ein um 0,2 Prozent höheres Bruttoinlandsprodukt. Das unsterbliche Bonmot von Berlins ehemaligem regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit stimmt also: Berlin ist arm, aber sexy!

 

Die Entstehungsgeschichte der deutschen Hauptstadt ist wenig glamourös: Forscher haben herausgefunden, dass der Name Berlin sich nicht vom angeblichen Gründer der Stadt, Albrecht dem Bären, ableitet, sondern vom slawischen Begriff "berlo" stammt. Das bedeutet auf Deutsch: "Sumpf, Morast, feuchte Stelle". Trotz seiner offenbar ungünstigen Lage gewann Berlin rasant an Bedeutung: 1280 fand der erste nachweisbare märkische Landtag statt, 1486 wurde Berlin Hauptresidenzstadt der Kurfürsten von Brandenburg. 1701 wurde die Stadt an der Spree schließlich preußische, 1871 mit der Reichsgründung auch Hauptstadt des Deutschen Reiches. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde Berlin unter den vier Besatzungsmächten aufgeteilt, wobei der sowjetische Ostteil nach Gründung der DDR 1949 zur de-facto-Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik wurde. Nach der Wiedervereinigung wurde Berlin zur Bundeshauptstadt, 1998 verlegte der Deutsche Bundestag seinen Sitz von Bonn nach Berlin.

 

Durch die Wiedervereinigung entwickelte sich die dreieinhalb Millionen zählende Stadt zu einem Touristenmagneten: 2015 besuchten über zwölf Millionen Gäste Berlin. Damit liegt die Hauptstadt hinter London und Paris auf Rang drei der beliebtesten europäischen Reiseziele. Auch andere Zahlen sind durchaus beeindruckend: 2,9 Milliarden Zigarettenstummel verschandeln jährlich die Straßen, rund 1.000 "Spätis" versorgen Nachtschwärmer mit Bier, Zigaretten und mehr, 35 Millionen Euro kostet die Graffiti-Entfernung jedes Jahr - und die Berliner Verkehrsbetriebe umrunden mit ihren Bussen, Bahnen und U-Bahnen gemessen an der zurückgelegten Strecke 8,7 Mal täglich die Erde.

 

Ganz so weit müssen Sie natürlich nicht reisen, wenn Sie Berlin erkunden wollen. Und selbstverständlich sind die "Spätis" nicht der kulinarische Gipfel Berlins. Wir hätten da den einen oder anderen Tipp für Sie:

 

 

Trabi-Safari

Trabi-Safari-Tour durch Berlin: Wie zu Honeckers Zeiten im DDR-Symbol schlechthin Berlin erkunden: Mit der "Rennpappe" können Sie auf drei Routen abseits vom Massentourismus Sightseeing, Kultur und Nostalgie verbinden. 

http://www.trabi-safari.de/

 

Dunkle Welten I

Abtauchen in den Berliner Untergrund: Erleben Sie Geschichte zum Anfassen, erzählt von Zeitzeugen und erkunden Sie fast vergessene Bunkeranlagen, Zivilschutzanlagen aus der Zeit des Kalten Krieges, Tunnel und unterirdische Gänge.

http://www.berliner-unterwelten.de/

 

Dunkle Welten II

Berlin gilt als das Mekka für Anhänger elektronischer Musik. Ob House, Minimal, Elektro, Dubstep -für jeden Geschmack gibt es Clubs, Bars und Plattenläden. Finden Sie Ihren Favoriten und seien Sie freundlich zu den Türstehern...

http://city-checkers.de/l/techno-club/berlin/

 

Berlin per Rad

Entspannt erkunden: Berlin ist eine fahrradfreundliche Stadt, daher bietet es sich an, das weitläufige, flache und grüne Stadtgebiet mit dem Fahrrad zu erfahren. Ausgebildete Guides zeigen Ihnen die interessantesten Ecken der Hauptstadt und erzählen Anekdoten zur Geschichte Berlins. 

https://berlinonbike.de/

 

Restaurant Fleischerei
Schönhauser Allee, in Berlin-Mitte

Klein, aber fein: In der Nähe des Alexanderplatzes befindet sich eine alte Fleischerei mit schickem Ambiente und authentischer österreichischer Küche. Die kleine, aber feine Speisekarte macht das Restaurant zu einem idealen und zentral gelegenen Anlaufpunkt. Reservierung wird empfohlen.

http://www.fleischerei-berlin.com/

 

Grill Royal
Friedrichstraße

Für Gourmets, für die es etwas teurer sein darf, empfiehlt sich das "Grill Royal". Das Szenelokal liegt direkt an der Spree und verfügt über einen kleinen Außenbereich. Gut möglich, dass Sie bei Ihrem Besuch auch internationalen Künstlern, Stars und Sternchen begegnen. Eine Reservierung ist daher zu empfehlen.

http://www.grillroyal.com/

 

Dunkelrestaurant Berlin
Gormannstraße, Berlin Mitte

Hier isst das Auge nicht mit - dafür wird der Verzicht auf optische Reize mit einer einzigartigen Erfahrung belohnt. Sie speisen in kompletter Finsternis, Vergnügen, Spannung und Genuss in einer ungewohnten Dimension. Das Dunkelrestaurant in der Gormannstraße ist das größte weltweit. Blinde Kellner erklären den Gästen anhand von Uhrzeiten, was sich wo auf dem Teller befindet. 

http://www.unsicht-bar.de

 

Spreearche Berlin
Berlin Köpenick, Spreeufer

Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die Spreearche: Nach einer kurzen Wanderung vom Krankenhaus Berlin-Köpenick durch den Wald erreichen Sie den Fähranleger zur Spreearche. Dort holt der Koch Sie mit einem Floß ab und setzt mit Ihnen zum schwimmenden Restaurant über. Auf der Karte stehen Fischgerichte und Alternativen für Nicht-Fischesser.

https://www.spreearche.de/